Ziele, Risiken und Chancen
Risiken- und Chancenanalyse und Qualitätsziele aus dem, was der Betrieb ohnehin vorhat – mit Bewertungsskala, Vorlagen, ESG und Übungsfirma
👥 Zielgruppe: QM-Beauftragte und Geschäftsführer kleiner Betriebe, die Kapitel 6 selbst erstellen oder jährlich fortschreiben, Betriebe, deren Risikoanalyse im letzten Audit als „nicht betriebsbezogen“ beanstandet wurde
Welche Pflicht bzw. Normanforderung erfüllt diese Schulung?
Über diese Schulung
Kapitel 6 der ISO 9001 – Risiken und Chancen, Qualitätsziele, Planung von Änderungen – ist das Kapitel, das Kleinbetriebe am häufigsten aus dem Internet kopieren und das Auditoren am schnellsten durchschauen. Dieser Kurs zeigt den Weg, der seit Jahren in Audits besteht: Die Risiken- und Chancenanalyse entsteht nicht aus Brainstorming, sondern aus der Liste der Projekte und Investitionen, die der Betrieb ohnehin plant oder umgesetzt hat. Jedes Projekt ist eine Maßnahme; dahinter steht entweder ein Risiko (was passiert, wenn wir es nicht tun?) oder eine Chance (welchen Nutzen bringt es?). Bewertet wird mit einer Vier-Stufen-Skala, die Ergebnisse steuern den Maßnahmenplan. Die Qualitätsziele kommen aus der Politik und den Prozesskennzahlen und werden jedes Jahr in zwei Versionen geführt: Rückblick mit Ergebnis, Vorschau mit Termin.
Sie lernen die Zuordnungsregel Risiko oder Chance, die Bewertungsskalen mit Plausibilitätsregeln, die Spalten der Analyse, die Standardzeilen für Parteien ohne Risiko, ESG-Aspekte (Energie, Umwelt, Soziales, Klimawandel), die sechs Standardziele der Kleinbetriebe, die Zielterminregel, die Verbindung zum Maßnahmenplan und zur Managementbewertung – und was der Auditor zu Kapitel 6 fragt. An der Übungsfirma Klarblick Gebäudeservice GmbH (38 Mitarbeiter, erfunden) ordnen Sie zwölf Projekte zu, bewerten sie und schreiben die Ziele. 17 Module, Abschlusstest, Teilnahmezertifikat mit prüfbarer Nummer.
Was dieser Kurs leistet — und was nicht: Der Kurs behandelt Kapitel 6 der ISO 9001:2015 (6.1 Risiken und Chancen, 6.2 Qualitätsziele, 6.3 Planung von Änderungen) für Betriebe mit 1 bis 50 Mitarbeitern. Er ist kein Kurs zu Risikomanagement nach ISO 31000, nicht zur Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz und nicht zu Umwelt- oder Energiemanagement nach ISO 14001/50001; ESG-Aspekte werden nur so weit behandelt, wie sie in die Risiken- und Chancenanalyse eines QM-Systems gehören. Das Handbuch, die Managementbewertung und der Maßnahmenplan haben eigene Kurse. Die Übungsfirma ist erfunden; Bewertungsskalen sind Erfahrungswerte aus über 1 000 Dokumentationen, keine Normvorgabe.
Inhalte im Überblick
- Kapitel 6: das Steuerkapitel – und warum es aus dem Internet nicht funktioniertWas Kap. 6.1, 6.2 und 6.3 verlangen; die Kette Kontext → Risiken und Chancen → Maßnahmen → Ziele → Kennzahlen → Managementbewertung; warum kopierte Risikolisten im Audit auffallen; risikobasiertes Denken ohne formale Methode (Anhang A.4)
- Die Projekt- und Investitionsliste als QuelleWarum Projekte und Investitionen die ehrlichste Quelle für Risiken und Chancen sind; die Liste in zwei Teilen (umgesetzt, geplant); was hineingehört (Maschinen, Fahrzeuge, Software, Personal, Schulung, Gebäude, Organisation); Vorlage
- Die Zuordnungsregel: Risiko oder Chance – nie beidesJedes Projekt genau einmal, in genau einer Tabelle; die Kontrollfrage „Was passiert, wenn wir es nicht tun?“; Schaden → Risiko, entgangener Nutzen → Chance; Themenspalte ist der Grund, nicht das Projekt; 30 Beispielprojekte zugeordnet
- Risiken bewerten: Wahrscheinlichkeit × EskalationsstufeDie Skala: Wahrscheinlichkeit 1–3 (Häufigkeit je Jahr), Eskalationsstufe 1–4 (bis 500 € bis nicht behebbar); Ergebnis als Produkt; Plausibilitätsregeln (beauftragtes Projekt ≥ 4, kein 1×1, Vorschriften- und Sicherheitsrisiken Stufe 4); Ampel ab 6
- Chancen bewerten: Realisierung × NutzenDie Skala: Realisierung 1–3, Nutzen 1–4 (4 nur für die einmalige Gelegenheit); Ergebnis und Ampel; warum Chancen in Kleinbetrieben meist unterbewertet werden; Beispiele
- Die Tabelle füllen: Spalten, Bereiche, Status, StandardzeilenSpalten der Risiken- und der Chancenanalyse; Vorrat der interessierten Parteien und Bereiche; Status nur „erledigt“ oder „in Arbeit“; Verantwortlicher GF; Termin nur wenn genannt; Standardzeilen für Parteien ohne Risiko; Lückenregel; Excel-Vorlage mit Formeln
- ESG mitdenken: Energie, Umwelt, Soziales und der Klimawandel im KontextWelche Projekte ESG-Aspekte berühren (Fahrzeuge, PV, LED, Wärmepumpe, Abfall, Gefahrstoffe, Homeoffice, Sozialleistungen); Präfix „ESG:“ in der Themenspalte; Klimawandel als Kontextthema (Amendment 2024, ISO 9001:2026); Abgrenzung zu ISO 14001 und 50001
- Qualitätsziele messbar: die sechs Spalten und die sechs StandardzieleZieltabelle mit Bereich/Prozess · Ziel · Messgröße · Maßnahmen/Ressourcen · Verantwortlich/Termin · Ergebnis; die sechs Standardziele der Kleinbetriebe (Umsatz, Angebotsquote, Reklamationen, Kundenzufriedenheit, Lieferantenbewertung, Zertifizierung); was 6.2.2 verlangt
- Ziele aus Politik und Prozesskennzahlen – und die ZielterminregelJeder Satz der Politik braucht ein Ziel; jeder Prozess eine Kennzahl; welche Kennzahl zu welchem Ziel passt; die Zielterminregel (Dokumentendatum Januar–September: 31.12. des laufenden Jahres, Oktober–Dezember: 31.12. des Folgejahres); keine Termine „laufend“
- Zwei Versionen jedes Jahr: Rückblick mit Ergebnis, Vorschau mit TerminDer Jahreszyklus der Ziele: Rückblick (Spalte Ergebnis gefüllt: erreicht / nicht erreicht mit Wert) und Vorschau (Ergebnis leer, neue Termine); nicht erreichte Ziele als Eingabe der Managementbewertung; Ziele übernehmen, anpassen, streichen; Bewertungszeiträume
- Die Verbindung zum Maßnahmenplan: was ab Ergebnis 6 passiertZeilen mit Ergebnis ≥ 6 und Status „in Arbeit“ wandern mit Termin und Verantwortlichem in den Maßnahmenplan; Quelle „Risiko“ oder „Chance“; Wirksamkeit nach drei Monaten; Korrekturmaßnahmen nur nach Eintritt; Ein-Plan-Regel
- Was der Auditor zu Kapitel 6 fragt – und welche Nachweise er sehen willZwanzig Auditfragen zu Risiken, Chancen, Zielen und Änderungen mit dem jeweiligen Nachweis; die vier häufigsten Abweichungen zu Kap. 6; Normstellen 6.1.1, 6.1.2, 6.2.1, 6.2.2, 6.3; wie ein Kleinbetrieb in fünf Minuten antwortet
- Planung von Änderungen (6.3): das vergessene Kapitel in einem AbsatzWas 6.3 verlangt (Zweck und Folgen, Integrität, Ressourcen, Verantwortung); welche Änderungen gemeint sind (neue Leistung, Standort, Software, Rolle, Auslagerung); die Vier-Fragen-Zeile im Besprechungsprotokoll; Abgrenzung zu 8.5.6 (Änderungen in der Produktion)
- Die zehn häufigsten Fehler in Risikoanalysen und ZieltabellenInternet-Risiken ohne Betriebsbezug; alles 2 × 2; Projekt in der Themenspalte; Risiko und Chance doppelt; Termine geraten; Verantwortliche delegiert; Ziele ohne Zahl; Ziele ohne Maßnahme; Rückblick ohne Ist-Wert; Analyse ohne Stand und Änderung
- Praxisfall: Klarblick Gebäudeservice GmbH – zwölf Projekte, eine Analyse, acht ZieleÜbungsfirma Klarblick Gebäudeservice GmbH (38 Mitarbeiter, Reinigung, Sicherheit, Dienste, erfunden): Projektliste mit zwölf Einträgen zuordnen, bewerten, Standardzeilen, ESG; Ziele Rückblick 2026 und Vorschau 2027; Musterlösung mit Begründung je Zeile
- Nachweise: Was aus Kapitel 6 in der Managementbewertung landetDie fünf Dokumente aus diesem Kurs (Projektliste, Analyse, Maßnahmenplan-Zeilen, Ziele Rückblick, Ziele Vorschau) und ihre Normstellen; der Jahreskalender für Kapitel 6; Übergabe an die Managementbewertung (9.3.2 c 2 und e); Prüfraster
- Verfahren im eigenen HausVerfahren im eigenen Haus: Ansprechpartner für QM-Fragen, Ablage von Handbuch, Vorlagen und Nachweisen, Freigaben, feste Termine und nächste Schritte im Unternehmen
Häufige Fragen
Verlangt die ISO 9001 eine Risikoanalyse mit Bewertungszahlen?
Nein. Kapitel 6.1 verlangt, Risiken und Chancen zu bestimmen und Maßnahmen zu planen; eine formale Methode ist nicht vorgeschrieben (Anhang A.4). Die Bewertung mit Zahlen hilft aber, die wichtigen von den unwichtigen zu trennen und den Maßnahmenplan zu steuern – und Auditoren fragen danach.
Woher nehme ich die Risiken, ohne zu erfinden?
Aus der Liste der Projekte und Investitionen, die der Betrieb umgesetzt hat oder plant. Jedes Projekt ist eine Maßnahme; dahinter steht ein Risiko oder eine Chance. Was nicht in der Projektliste steht, wird nur dann aufgenommen, wenn Kontext oder Reklamationen es belegen.
Wie viele Risiken und Chancen braucht ein Kleinbetrieb?
Erfahrungsgemäß sechs bis zehn Risiken und vier bis acht Chancen; dazu je eine Standardzeile für Parteien ohne Risiko (Banken, Lieferanten, Umfeld, Verbände). Zwanzig und mehr Zeilen sind ein Zeichen dafür, dass aus dem Internet abgeschrieben wurde.
Wie viele Qualitätsziele?
In der Regel sechs bis neun, jedes mit Messgröße, Maßnahme, Verantwortlichem und Termin – die sechs Standardziele plus ein bis drei betriebseigene Ziele aus der Projektliste. Die sechs Standardziele der Kleinbetriebe (Umsatz, Angebotsquote, Reklamationen, Kundenzufriedenheit, Lieferantenbewertung, Zertifizierung) sind ein guter Start.
Was ist mit Umwelt, Energie und Klimawandel?
Die ISO 9001 verlangt seit dem Amendment 2024, den Klimawandel im Kontext zu betrachten; ab der Ausgabe 2026 ausdrücklich. In der Analyse eines QM-Systems reicht es, ESG-Aspekte bei den Projekten zu benennen, die sie berühren (Fahrzeuge, PV, LED, Abfall, Soziales). Ein Umweltmanagement nach ISO 14001 ist das nicht.
Ist der Kurs kostenlos?
Ja, wie alle Kurse der QM-Guru Akademie. Keine Anmeldung; die E-Mail-Adresse dient nur der Zustellung des Zertifikats.