🔍 Qualitätsmanagement

Zertifizierungsaudit bestehen

Zertifizierer auswählen und beauftragen, den Audittag vorbereiten, Abweichungen verstehen und schließen, das Zertifikat bekommen und nutzen – mit anonymisiertem Preisspiegel, Checklisten und Übungsfirma

📚 Module14
⏱️ Dauer65–95 Min.
✅ Bestehensgrenze80 %
🏆 ZertifikatPDF per E-Mail
📅 Gültigkeit12 Monate
💶 PreisKostenlos
🔄 Stand2026-10-31

👥 Zielgruppe: Geschäftsführer und QM-Beauftragte kleiner Betriebe vor dem ersten Zertifizierungsaudit, Betriebe, die ihren Zertifizierer wechseln oder Angebote vergleichen wollen

Über diese Schulung

Das Zertifizierungsaudit ist der Tag, für den das ganze QM-System gebaut wurde – und der Tag, vor dem Kleinbetriebe am meisten Respekt haben. Zu Unrecht, wenn man weiß, wie er abläuft: Ein Auditor der Zertifizierungsstelle prüft in Stufe 1 die Dokumentation und in Stufe 2 den Betrieb, nach einem Plan, den er vorher schickt, mit Fragen, die seit 30 Jahren dieselben sind. Er sucht keine Fehler, um durchfallen zu lassen – er sucht Nachweise, um zertifizieren zu können. Wer die Nachweise hat und weiß, wo sie liegen, besteht.

Dieser Kurs führt vom Angebot bis zum Zertifikat: akkreditiert oder nicht, Zertifizierer auswählen und vergleichen (anonymisierter Preisspiegel aus 178 Angeboten), Antrag und Vertrag, der Auditplan des Zertifizierers, Stufe 1 (Dokumentenprüfung), Stufe 2 (Audittag im Betrieb mit Eröffnung, Rundgang, Gesprächen, Abschluss), was Haupt- und Nebenabweichungen sind und wie man sie in der Frist schließt, die Zertifikatsentscheidung, das Zertifikat und sein Logo, Überwachungsaudits und Rezertifizierung im Drei-Jahres-Zyklus, Wechsel des Zertifizierers, und die 20 Stellen, an denen Kleinbetriebe im Zertifizierungsaudit scheitern. An der Übungsfirma Schreinerei Waldner GmbH (14 Mitarbeiter, erfunden) spielen Sie das Stufe-2-Audit durch: Auditplan, Fragen, drei Feststellungen, Maßnahmen, Entscheidung. 14 Module, Abschlusstest, Teilnahmezertifikat mit prüfbarer Nummer.

Was dieser Kurs leistet — und was nicht: Der Kurs behandelt das Zertifizierungsverfahren nach ISO/IEC 17021-1 aus Sicht des zertifizierten Betriebs mit 1 bis 50 Mitarbeitern – nicht die Auditmethodik des Zertifizierungsauditors (ISO 19011) und nicht das interne Audit (eigener Kurs). Preise und Spannen sind anonymisierte Erfahrungswerte aus Angeboten bis Oktober 2026, keine Preisliste; Zertifizierungsstellen kalkulieren individuell. Für die Umstellung auf die ISO 9001:2026 (veröffentlicht 16.09.2026) gelten die Übergangsregeln von Global ACI (TECH-3-TR 2029-09-30 – ab 31.03.2028 akkreditierte Erstzertifizierungen nur nach 2026, Umstellung bis 30.09.2029); den Audittermin nennt die jeweilige Zertifizierungsstelle. Vorgabe der Akademie – Rezertifizierungen ab 2027 erfolgen nach ISO 9001:2026 – bei QM-Dienstleistungen Holger Grosser und OnlineCert verbindlich, bei akkreditierten Stellen ab deren Akkreditierungsentscheid (spätestens 30.09.2027). Aussagen zur Akkreditierung beziehen sich auf Deutschland (DAkkS); andere Länder haben eigene Akkreditierungsstellen. Die Übungsfirma ist erfunden.

Inhalte im Überblick

  1. Das Zertifizierungsverfahren: Antrag, Stufe 1, Stufe 2, Entscheidung, Überwachung, RezertifizierungDer Drei-Jahres-Zyklus nach ISO/IEC 17021-1 mit Zeitachse; was in jeder Phase passiert, wer beteiligt ist, was der Betrieb liefert; typische Dauer vom Antrag bis zum Zertifikat (6 bis 12 Wochen); Unterschiede akkreditiert / nicht-akkreditiert im Verfahren
  2. Akkreditiert oder nicht: was das Zeichen bedeutet und wer es brauchtAkkreditierung (ISO/IEC 17011, DAkkS) in zwei Sätzen; was auf dem Zertifikat steht; wann akkreditiert nötig ist (Kunde, Ausschreibung, Branche, Behörde) und wann nicht; Wortlaut-Prüfung; der Zwei-Stufen-Weg; Zertifikatsprüfung im Internet (IAF CertSearch); Risiken bei unseriösen Anbietern
  3. Zertifizierer auswählen: Angebote vergleichen mit dem anonymisierten PreisspiegelAuditzeit nach IAF MD 5 (effektive Mitarbeiter, Vollzeit 1 / Teilzeit 0,5 / Aushilfe 0,25); der Preisspiegel aus 178 Angeboten 2021–2026 nach Betriebsgröße; was die Spannen erklärt (Tagessatz, Nebenposten, Komplexität, Standorte, Kombinormen); die zehn Fragen an den Zertifizierer; Vergleich über drei Jahre; Auditor aus der Region; Online-Audit
  4. Antrag, Vertrag und der Auditplan des ZertifizierersDer Antragsfragebogen (Mitarbeiter, Standorte, Tätigkeiten, Ausschlüsse, Schichten, Saison); Geltungsbereich wörtlich wie im Handbuch; der Zertifizierungsvertrag (Laufzeit, Pflichten: Zutritt, Informationspflicht bei Änderungen, Logo-Nutzung, Beschwerden); der Auditplan des Zertifizierers lesen (Zeit, Normkapitel, Gesprächspartner); Rückmeldung zum Plan; Online oder vor Ort
  5. Stufe 1: Die Dokumentenprüfung – was der Auditor liest und was er daraus machtZweck der Stufe 1 (Bereitschaft, Verständnis, Planung Stufe 2); die Dokumente, die vorliegen müssen (Handbuch, Geltungsbereich, Ausschlüsse, Politik, Ziele, Prozesse, Risikenanalyse, internes Audit, Managementbewertung, Liste Normen); typische Stufe-1-Punkte („Bereiche möglicher Nichtkonformität“); Abstand zu Stufe 2; online oder vor Ort; wie man Stufe 1 in einer Stunde vorbereitet
  6. Die 20 Stellen, an denen Kleinbetriebe im Zertifizierungsaudit scheiternDie häufigsten Feststellungen aus über 1 000 begleiteten Zertifizierungsaudits nach Normkapitel – mit dem Nachweis, der sie verhindert; Rangliste; die fünf Hauptabweichungs-Kandidaten; Zehn-Minuten-Check je Stelle; Verweis auf den Kurs der Reihe, der sie löst
  7. Stufe 2: Der Audittag – Eröffnung, Rundgang, Gespräche, AbschlussAblauf des Audittags nach 17021-1 (Eröffnungsgespräch, Auditdurchführung, Abschlussgespräch); wer dabei ist; der Raum und die Nachweise; die Grundregel „Nehmen wir Ihren letzten …“ aus Sicht des Auditierten; Verhalten: antworten, nicht erklären; zeigen, nicht erzählen; „weiß ich nicht, ich hole es“; Pausen; was der Auditor im Rundgang sieht; Begleitperson
  8. Haupt- und Nebenabweichung: was die Einstufung bedeutet und wie man schließtDefinitionen nach 17021-1 (Hauptabweichung: Anforderung ganz nicht erfüllt oder systematisch; Nebenabweichung: Einzelfall; Hinweis/Empfehlung: Verbesserungspotenzial); was jede Einstufung für die Zertifikatsentscheidung bedeutet; Fristen (Haupt meist 90 Tage mit Nachweis vor Entscheidung, Neben bis zum nächsten Audit mit Maßnahmenplan); der Maßnahmennachweis (Korrektur, Ursache, Korrekturmaßnahme, Beleg); Beispiele je Einstufung; die acht Fehlvermutungen
  9. Die Zertifikatsentscheidung, das Zertifikat und sein LogoWer entscheidet (unabhängig vom Auditteam; Ausschuss oder Zertifizierungsleiter); Grundlage (Auditbericht, Maßnahmen); Dauer; was auf dem Zertifikat steht (Firma, Standorte, Geltungsbereich, Norm, Nummer, Gültigkeit, Stelle, Zeichen); Prüfbarkeit; Regeln zur Nutzung von Zertifikat und Zeichen (Briefpapier, Website, nicht auf Produkt); Aussetzung und Entzug; Zertifikat intern bekannt machen
  10. Überwachungsaudit und Rezertifizierung: der Zyklus nach dem ZertifikatÜberwachungsaudit 1 (innerhalb 12 Monaten nach Entscheidung) und 2: Pflichtinhalte (internes Audit, Managementbewertung, Maßnahmen, Reklamationen, Änderungen, Zeichen-Nutzung, Stichproben); kürzer als Stufe 2; Rezertifizierung im dritten Jahr vor Ablauf (Rückblick über den Zyklus, ggf. ohne Stufe 1); Terminfallen; Änderungen melden (Informationspflicht); Vorbereitung mit dem Jahresordner; Wechsel des Zertifizierers (Übernahmeaudit)
  11. Das Online-Audit: Technik, Nachweise, Rundgang per KameraWann Online-Audits zulässig sind (IAF MD 4; Stufe 1, Überwachung, Dienstleister; Produktion meist vor Ort); Technik (Videokonferenz, Bildschirmfreigabe, Kamera für den Rundgang); Vorbereitung (Dokumente als Freigabe-Link, Reihenfolge, Ansprechpartner je Block); Datenschutz und Vertraulichkeit; typische Pannen; Checkliste
  12. Praxisfall: Schreinerei Waldner – das Stufe-2-Audit durchspielenÜbungsfirma Schreinerei Waldner GmbH (14 Mitarbeiter, erfunden): Auditplan des Zertifizierers, Verlauf des Tages mit 25 Fragen des Auditors und den Antworten/Nachweisen des Betriebs, drei Feststellungen (eine Haupt-, zwei Nebenabweichungen) mit Einstufung begründen, Maßnahmennachweise schreiben, Zertifikatsentscheidung; Musterlösung
  13. Nachweise: Der Jahresordner für den Zertifizierer – und der Kalender bis zur RezertifizierungWas der Zertifizierer vor und am Audittag bekommt (Jahresordner, Übergabeblatt, Maßnahmenplan); die Vier-Fragen-Vorbereitung je Normkapitel; der Zertifizierungskalender über drei Jahre; Aufbewahrung der Auditberichte; Prüfraster
  14. Verfahren im eigenen HausVerfahren im eigenen Haus: Ansprechpartner für QM-Fragen, Ablage von Handbuch, Vorlagen und Nachweisen, Freigaben, feste Termine und nächste Schritte im Unternehmen

Häufige Fragen

Kann man im Zertifizierungsaudit durchfallen?

Selten. Der Auditor stellt Abweichungen fest; Hauptabweichungen müssen vor der Zertifikatsentscheidung geschlossen sein (meist 90 Tage), Nebenabweichungen mit Maßnahmenplan bis zum nächsten Audit. Ein Betrieb, der die Nachweise aus dieser Kursreihe hat, besteht im ersten Anlauf – Erfahrungswert aus über 1 000 begleiteten Audits: 100 %.

Akkreditiert oder nicht – was brauche ich?

Akkreditiert (DAkkS-Zeichen), wenn Kunde, Ausschreibung oder Branche es ausdrücklich verlangen. Sonst reicht in der Praxis ein nicht-akkreditiertes Zertifikat – gleiche Norm, gleiche Dokumentation, schneller und günstiger. Der Wechsel zum akkreditierten Zertifizierer ist jederzeit möglich; der Kurs „ISO 9001 entscheiden“ hat die Checkliste dazu.

Wie lange dauert das Audit?

Nach IAF MD 5 bei 1 bis 5 effektiven Mitarbeitern 1,5 Audittage für die Erstzertifizierung (Stufe 1 und 2 zusammen), bei 6 bis 10 zwei Tage, bei 11 bis 15 zweieinhalb, bei 16 bis 25 drei. Überwachungsaudits etwa ein Drittel, Rezertifizierung zwei Drittel. Nicht-akkreditierte Stellen sind oft kürzer; Online-Audits sind bei beiden möglich.

Was kostet es?

Akkreditiert erfahrungsgemäß 2.000 bis 6.500 € im ersten Jahr und 1.100 bis 3.200 € je Überwachungsjahr nach Betriebsgröße (anonymisierter Preisspiegel im Kurs); nicht-akkreditiert ab etwa 800 € pro Jahr. Dazu Nebenposten: Zertifikatsgebühr, Reisekosten. Immer drei Jahre vergleichen.

Was passiert in Stufe 1?

Der Auditor prüft Handbuch, Geltungsbereich, Ausschlüsse, Politik, Ziele, Prozesse, internes Audit und Managementbewertung – meist online oder im Betrieb, einen halben bis einen Tag. Er sagt, ob Stufe 2 stattfinden kann, und nennt Punkte, die bis dahin zu klären sind. Stufe 1 ist keine Prüfung, die man bestehen muss, sondern die Bereitschaftsprüfung.

Ist der Kurs kostenlos?

Ja, wie alle Kurse der QM-Guru Akademie. Keine Anmeldung; die E-Mail-Adresse dient nur der Zustellung des Zertifikats.

Wer steht hinter dieser Schulung?

Holger Grosser berät seit über 30 Jahren Unternehmen bei Aufbau und Zertifizierung von Managementsystemen (1.000+ Projekte). Alle Kurse der Akademie basieren auf dieser Beratungspraxis – ohne Theorie-Überladung, nach dem Prinzip „so wenig wie möglich, so viel wie nötig".

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