Prüfmittel und Kalibrierung
Prüfmittelüberwachung nach Kapitel 7.1.5 für Kleinbetriebe: Begriffe, Intervalle, interne Kalibrierung, Prüfmittelliste, Umgang mit fehlerhaften Geräten — kostenlos, mit Zertifikat
- 55–80 Min.
- 13 Module
- Zertifikat kostenlos
- ohne Konto
- Stand November 2026
5,0 · über 100 Google-Bewertungen für QM-Dienstleistungen Holger Grosser
👥 Zielgruppe: Qualitätsmanagementbeauftragte und Prüfmittelbeauftragte in Kleinbetrieben, Prüfplaner, Fertigungs- und Laborpersonal, das Messmittel einsetzt oder intern kalibriert
Welche Pflicht bzw. Normanforderung erfüllt diese Schulung?
Über diese Schulung
Ein Messwert ist nur so viel wert wie das Gerät, das ihn liefert. ISO 9001 fordert in Kapitel 7.1.5 geeignete und überwachte Messmittel – und die Prüfmittelliste gehört zu den fünf Dokumenten, die jeder Auditor sehen will. Dieser Kurs macht aus dem Normkapitel eine Arbeitsweise für Betriebe mit einem bis fünfzig Beschäftigten: Welche Geräte gehören in die Liste und welche nicht, was Kalibrieren von Justieren, Eichen und Prüfen unterscheidet, wer kalibrieren darf (jeder mit Normal, Anweisung und Nachweis), wie man Intervalle begründet und anpasst, wie eine interne Kalibrierung Schritt für Schritt läuft und was zu tun ist, wenn ein Gerät durchfällt.
Dazu die Prüfmittelliste als Excel-Vorlage, die Auditorenfragen mit der Antwort, die besteht, und eine Checkliste für die eigene Prüfmittelüberwachung. 13 Module, 20 Fragen, Bestehensgrenze 80 %, Teilnahmezertifikat mit prüfbarer Nummer und vollständiger Themenliste.
Was dieser Kurs leistet — und was nicht: Der Kurs vermittelt die Prüfmittelüberwachung nach ISO 9001 Kapitel 7.1.5 (Ausgabe 2026, inhaltlich unverändert zu 2015) für Kleinbetriebe und belegt sie mit Zertifikat. Er ist kein Messtechnik-Lehrgang und keine Einweisung an den eigenen Normalen – die praktische Kalibrierung zeigt ein erfahrener Kollege oder das Kalibrierlabor. Er ersetzt keine Eichung nach dem Mess- und Eichgesetz, keine Akkreditierung eines Prüflabors nach DIN EN ISO/IEC 17025 und keine branchenspezifischen Vorgaben (Automotive, Medizin, Luftfahrt). Normtexte werden sinngemäß wiedergegeben, nie zitiert; der Normtext ist der verbindliche.
Inhalte im Überblick
- Worum es geht und was dieser Kurs nicht istAbgrenzung: Vertiefung zu ISO 9001 Kap. 7.1.5 für QMB, Prüfplaner, Fertigung und Labor; kein Messtechnik-Lehrgang, keine Eichung, keine Laborakkreditierung nach ISO/IEC 17025
- Warum Prüfmittelüberwachung?Warum Prüfmittelüberwachung: Fehlmessung = Ausschuss, Reklamation, Haftung; Kapitel 7.1.5; die häufigste Abweichung ist das Gerät, das in der Liste fehlt; überwachen, was über Gut und Schlecht entscheidet
- Die Begriffe: Prüfmittel, Messmittel, HilfsmittelBegriffe: Messmittel, Prüfmittel, qualitätsrelevantes Prüfmittel, Hilfsmittel (Betriebsmittel), Normal; die Entscheidungsfrage „Kann ein fehlerhaftes Produkt zum Kunden gehen?“
- Kalibrieren, Justieren, Eichen, PrüfenKalibrieren (Abweichung feststellen, nichts verändern), Justieren (Eingriff am Gerät, danach erneut kalibrieren), Eichen (hoheitlich nach MessEG/MessEV), Prüfen/Verifizieren (Gut/Schlecht gegen Normal); geeicht ist nicht kalibriert
- Was ISO 9001 in Kapitel 7.1.5 fordertKapitel 7.1.5 sinngemäß: geeignete Ressourcen für gültige Messergebnisse, Eignung als dokumentierte Information, Kalibrierung oder Verifizierung in festgelegten Abständen gegen rückführbare Normale, erkennbarer Kalibrierstatus, Schutz vor Verstellung, Bewertung früherer Messungen; was die Norm nicht fordert (keine externe Kalibrierung, keine DAkkS-Scheine, keine festen Intervalle)
- Kalibrierung und Rückführbarkeit: extern, intern, und was bei „untauglich“ passiert (7.1.5.2)Wann 7.1.5.2 gilt (Rückführbarkeit gefordert oder als wesentlich angesehen); externe Kalibrierung (DAkkS vs. Werkskalibrierung) und was das Zertifikat enthalten muss; interne Prüfung gegen rückgeführte Referenz mit Prüfanweisung; Kennzeichnung und Schutz; Verfahren bei untauglichem Messmittel: rückwirkende Bewertung der Messungen; Ausschluss von 7.1.5.2
- Wer darf kalibrieren? Intern oder externWer darf kalibrieren: jede kompetente, eingewiesene Person mit rückführbarem Normal und Kalibrieranweisung; was intern lohnt (Messschieber, Lehren, Waagen, Thermometer, Drehmomentschlüssel) und was extern bleibt (Normale, komplexe Geräte, Kundenvorgabe DAkkS); Wirtschaftlichkeit ab etwa 10 Messmitteln
- Kalibrierintervalle festlegen und anpassenKalibrierintervalle: kein Normintervall, Kriterien (Hersteller, Beanspruchung, Drift, Fehlerfolgen, Kundenvorgaben), Startwerte für Kleinbetriebe (Messschieber 12 Monate, Endmaße 36–60 Monate, Prüfgewichte 24–36 Monate, Drehmomentschlüssel 12 Monate oder 5 000 Betätigungen), Anpassungsregel; Fehlergrenze aus der Produkttoleranz (1:10, mindestens 1:3)
- Prüfmittelliste: welche Messmittel prüfpflichtig sind – und welche nicht (7.1.5.1)Was 7.1.5.1 verlangt (Eignung, Erhaltung, Nachweis); drei Klassen: Prüfmittel am Prüfpunkt (prüfpflichtig), Werkstattmessmittel (intern geprüft), Hilfsmittel (nicht prüfpflichtig, gekennzeichnet); Prüfmittelliste mit Nummer, Ort, Intervall, Methode, letzte/nächste Prüfung; Kennzeichnung; Messmittel von Mitarbeitern; Software als Prüfmittel
- Interne Kalibrierung Schritt für SchrittInterne Kalibrierung: Messschieber gegen Parallelendmaße (temperieren, Nullpunkt, Messpunkte 10/50/100/150 mm dreimal, Fehlergrenze ± 0,02 mm nach DIN 862), Waage mit Prüfgewicht (10/50/100 %, Eckenlast, Wiederholbarkeit), Drehmomentschlüssel nach DIN EN ISO 6789 (± 4 %); Kalibrierprotokoll; Kalibrieranweisung eine halbe Seite
- Wenn ein Prüfmittel außerhalb der Toleranz liegt – und was der Auditor fragtPraxisfall: Gerät außerhalb der Fehlergrenze – sperren, Zeitraum feststellen, betroffene Produkte bewerten, Maßnahmen (Nachmessen, Kundeninformation, Rückruf oder dokumentierte Entscheidung), justieren/aussondern, Intervall verkürzen, als Nichtkonformität nach 10.2 dokumentieren; sechs Auditorenfragen mit der Antwort, die besteht; Checkliste Prüfmittelüberwachung
- Verfahren im eigenen HausVerfahren im eigenen Haus: Ansprechpartner für QM-Fragen, Ablage von Handbuch, Vorlagen und Nachweisen, Freigaben, feste Termine und nächste Schritte im Unternehmen
- Nachweise: was im Ordner Prüfmittel liegt und wie langeNachweise: Prüfmittelliste, Kalibrierscheine (Mindestinhalt: Gerät mit Seriennummer, Datum, Normal mit Rückführung, Messwerte Soll/Ist/Abweichung, Messunsicherheit oder Fehlergrenze, Umgebung, Kalibrierer, Bewertung), Kalibrieranweisung, Protokolle, Einweisungsnachweis; Ablage mit Prüfmittelnummer und Datum; Aufbewahrung bis zur übernächsten Kalibrierung, bei Produkthaftung 10 Jahre; Monatsroutine
Ihr Zertifikat – und wie jeder die Echtheit prüft
- Test bestehen (ab 80 %) – das Zertifikat kommt sofort als PDF per E-Mail, kostenlos.
- Nummer und QR-Code stehen auf jedem Zertifikat.
- Echtheit prüfen: Auditor, Kunde oder Arbeitgeber scannt den QR-Code oder gibt die Nummer ein und sieht sofort Name, Kurs, Ergebnis und „gültig bis“. Die E-Mail-Adresse wird nie angezeigt.
- Auf LinkedIn zeigen: nach dem Bestehen mit einem Klick ins Profil unter „Bescheinigungen und Zertifikate“ eintragen.
Häufige Fragen
Muss ich meine Messmittel extern kalibrieren lassen?
Nein. ISO 9001 verlangt rückführbare Kalibrierung oder Verifizierung – nicht, dass ein Labor sie durchführt. Mit einem rückführbar kalibrierten Normal, einer Kalibrieranweisung und einer eingewiesenen Person dürfen Sie Messschieber, Lehren, Waagen und Drehmomentschlüssel selbst kalibrieren. Nur die Normale selbst und komplexe Geräte gehen ins Labor.
Brauche ich DAkkS-Kalibrierscheine?
Nur wenn ein Kunde sie vorschreibt. Für ISO 9001 reichen Werkskalibrierscheine, wenn Rückführbarkeit und Messwerte drinstehen. Empfehlung: DAkkS-Scheine für die betrieblichen Normale (Endmaße, Prüfgewichte), alles andere Werkskalibrierung oder intern.
Welches Kalibrierintervall ist vorgeschrieben?
Keines. Der Betrieb legt das Intervall fest und begründet es – nach Herstellerempfehlung, Beanspruchung, Drift und Fehlerfolgen. Bewährter Startwert für Werkstattmessmittel: 12 Monate, mit einer Anpassungsregel in der Prüfmittelanweisung.
Gilt der Kurs für ISO 9001:2015 und 2026?
Ja. Kapitel 7.1.5 ist in der Ausgabe 2026 inhaltlich und in der Nummer unverändert. Wer nach 2015 zertifiziert ist, muss hier nichts umstellen.
Ist eine geeichte Waage auch kalibriert?
Nein. Die Eichung belegt die gesetzlichen Fehlergrenzen für den geschäftlichen Verkehr. Ob die Waage für Ihre Produkttoleranz genau genug ist, sagt sie nicht – dafür brauchen Sie Kalibrierwerte oder eine eigene Prüfung mit Prüfgewicht.
Ist der Kurs kostenlos?
Ja. Keine Anmeldung, keine Zahlungsdaten. Ihre E-Mail-Adresse geben Sie nur an, damit das Zertifikat zugestellt werden kann.
Was steht auf dem Zertifikat?
Name, Kurs, Datum, Ergebnis, die vollständige Liste der 13 Schulungsinhalte, die Normgrundlagen und eine Zertifikatsnummer, die über die Prüfseite der Akademie verifizierbar ist. Es bestätigt die Teilnahme und das Bestehen der Lernkontrolle; es ersetzt keine praktische Einweisung an den betrieblichen Normalen.