Prozesslandkarte und Prozessbeschreibung
Führungs-, Wertschöpfungs- und Unterstützungsprozesse auf einer Seite, das Prozessblatt mit Turtle-Logik, eine Kennzahl je Prozess, Prozessverantwortliche – mit Branchenmustern, Vorlagen und Übungsfirma
👥 Zielgruppe: QM-Beauftragte und Geschäftsführer in Betrieben mit 1 bis 50 Mitarbeitern, Betriebe vor der Erstzertifizierung, die mit der Landkarte beginnen
Welche Pflicht bzw. Normanforderung erfüllt diese Schulung?
Über diese Schulung
Die Prozesslandkarte ist die erste Seite, die der Auditor aufschlägt – und die Seite, die der Betrieb am seltensten versteht. Sie beantwortet drei Fragen: Womit verdienen wir Geld (Wertschöpfung)? Was hält das am Laufen (Unterstützung)? Wer steuert (Führung)? Dieser Kurs zeigt, wie ein Betrieb mit 1 bis 50 Mitarbeitern seine Landkarte in einer Stunde zeichnet, jeden Prozess auf einem Blatt beschreibt (Eingabe, Schritte, Ausgabe, Verantwortlicher, Nachweise, Kennzahl, Risiko) und dabei die Turtle-Logik nutzt, ohne Schildkröten zu malen.
Sie lernen die Standardbibliothek mit 15 Prozessen, Branchenmuster für Produktion, Handwerk, Handel und Dienstleistung, die Regel „ein Prozess = ein Verantwortlicher = eine Kennzahl“, wie Prozessblatt und Arbeitsanweisung zusammenhängen, wie die Landkarte die Managementbewertung und das Auditprogramm strukturiert, und was der Auditor zu 4.4 fragt. An der Übungsfirma Brenner & Sohn Fachhandel e.K. (Handel mit Montageservice) zeichnen Sie die Landkarte und schreiben zwei Prozessblätter. 12 Module, Abschlusstest, Teilnahmezertifikat mit prüfbarer Nummer.
Was dieser Kurs leistet — und was nicht: Der Kurs behandelt Prozesslandkarte und Prozessbeschreibung nach ISO 9001:2015 Kap. 4.4 (und 2026) für Betriebe mit 1 bis 50 Mitarbeitern. Er ersetzt nicht das vollständige Handbuch (Kurs „QM-Handbuch in 5 Tagen“), keine Prozessoptimierung oder Lean-Methoden und keine Software für Prozessmodellierung (BPMN); Swimlane-Diagramme werden als Option gezeigt, nicht gelehrt. Die Übungsfirma ist erfunden.
Inhalte im Überblick
- Was Kapitel 4.4 verlangt: Prozesse bestimmen – und acht Dinge je Prozess wissenDer prozessorientierte Ansatz in zwei Sätzen; die acht Anforderungen aus 4.4.1 a)–h) (Eingaben/Ergebnisse, Abfolge/Wechselwirkung, Kriterien/Kennzahlen, Ressourcen, Verantwortliche, Risiken/Chancen, Bewertung, Verbesserung) als Spalten des Prozessblatts; was dokumentiert sein muss (4.4.2); was ein Prozess ist und was nicht (Tätigkeit, Abteilung, Normkapitel); ISO 9001:2026
- Die Landkarte auf einer Seite: Führung, Wertschöpfung, UnterstützungDie drei Bänder (Führung oben, Wertschöpfung in der Mitte von Kunde zu Kunde, Unterstützung unten); Kundenanforderung links, Kundenzufriedenheit rechts; Pfeile für die Hauptschnittstellen; Nummerierung F/W/U; Regeln: eine Seite, lesbar aus einem Meter, kein Normkapitel darauf; die Standardbibliothek mit 15 Prozessen; typische Fehler (Abteilungen statt Prozesse, 25 Kästchen, Pfeile überall)
- Branchenmuster: Produktion, Handwerk/Bau, Handel, Dienstleistung/ITVier fertige Landkarten als Startpunkt mit den jeweils typischen Wertschöpfungsprozessen (Produktion: Entwicklung, Fertigung, Prüfung; Handwerk/Bau: Aufmaß/Angebot, Montage/Baustelle, Abnahme; Handel: Beschaffung, Lager, Verkauf/Versand; Dienstleistung/IT: Projekt, Service/Ticket, Betrieb); welche Unterstützungsprozesse je Branche entfallen; der Anpassungsweg in 30 Minuten
- Das Prozessblatt: eine Seite je Prozess mit Turtle-LogikDie Felder des Prozessblatts (Zweck, Verantwortlicher, Eingabe, Ergebnis, Schritte als Tabelle Schritt–Wer–Nachweis, Womit (Ressourcen), Kennzahl, Risiken/Chancen-Verweis, mitgeltende Dokumente); die Turtle als Denkhilfe (sechs Fragen) ohne Grafik; Schreibregeln; Beispiel W1 Auftragsabwicklung ausgefüllt; Vorlage
- Ein Prozess, ein Verantwortlicher, eine KennzahlDie Regel und warum sie Kleinbetriebe rettet; Verantwortlicher als Funktion aus dem Organigramm (GL darf mehrere haben, QMB nicht alle); was der Verantwortliche tut (Prozessblatt pflegen, Kennzahl liefern, Maßnahmen tragen); Kennzahl je Prozess aus der Praxis (Beispiele je Standardprozess), Zielwert, Quelle, wer misst; Verbindung zu Zielen (6.2) und Managementbewertung (9.3)
- Schnittstellen und Wechselwirkung: wo Prozesse sich übergeben – und wo Fehler entstehenWechselwirkung (4.4.1 b) als Übergabe zwischen Prozessen: was wird übergeben, in welcher Form, mit welchem Nachweis; die fünf kritischen Übergaben im Kleinbetrieb (Vertrieb → Produktion, Einkauf → Produktion, Produktion → Versand, Kunde → Reklamation, Audit → Maßnahmen); Schnittstellentabelle; Swimlane als Option für Abläufe mit vielen Übergaben
- Die Landkarte als Rückgrat: Handbuch, Risikenanalyse, Auditprogramm, ManagementbewertungWie alles an den Prozessnummern hängt: Handbuch Kapitel 6 = ein Prozessblatt je Kästchen; Risikenanalyse mit Spalte „Prozess“; Auditprogramm plant je Prozess; Managementbewertung Kapitel 2 je Prozess eine Zeile; Dokumentenliste nach Prozess sortiert; Änderungen an der Landkarte (neuer Prozess, Auslagerung) als Änderung nach 6.3
- Ausgelagerte Prozesse: Lohnfertigung, Spedition, Cloud – auf der Karte, nicht unter dem TeppichWas ein ausgelagerter Prozess ist (8.4.1: ein Teil der eigenen Wertschöpfung, den ein anderer erledigt – Lackieren, Härten, Spedition, Nachunternehmer, Cloud-Betrieb, Lohnbuchhaltung zählt nicht); Kennzeichnung „extern“ auf der Landkarte; Kurzblatt mit Steuerung (Lieferantenklasse, Vorgaben, Prüfung im Wareneingang, Nachweise des Lieferanten); typische Feststellung „ausgelagerter Prozess nicht erkennbar“
- Die Landkarte im Audit: die acht Fragen zu 4.4 – und die drei häufigsten FeststellungenDie acht typischen Auditfragen zu 4.4 (Landkarte erklären, Prozessverantwortlicher, Kennzahl, Schnittstelle, ausgelagert, Risiko je Prozess, Änderung, Mitarbeiter kennt seinen Prozess) mit Antwort in zwei Minuten; die drei häufigsten Feststellungen (Landkarte passt nicht zum Betrieb, kein Verantwortlicher/keine Kennzahl, ausgelagerter Prozess fehlt); Fünf-Minuten-Check
- Praxisfall: Brenner & Sohn – Landkarte zeichnen, zwei Prozessblätter schreibenÜbungsfirma Brenner & Sohn Fachhandel e.K. (22 Mitarbeiter, Handel mit Montageservice, zwei Standorte, erfunden): Beschreibung des Betriebs, Organigramm, bisherige Landkarte aus einem Mustersatz (14 Prozesse, davon 5 nicht vorhanden); Aufgabe: Landkarte neu zeichnen, Verantwortliche und Kennzahlen zuordnen, Prozessblätter W3 Montage und U4 Retouren/Reklamation schreiben, Schnittstellentabelle für drei Übergaben; Musterlösung
- Nachweise und Pflege: Landkarte mit Stand, Prozessblätter aktuell, jährlich eine StundeDie Nachweise zu 4.4 (Landkarte mit Stand und Freigabe, Prozessblätter je Kästchen, Kennzahlen in der Managementbewertung, Schnittstellentabelle, Änderungsblatt bei Änderung); jährliche Pflege in einer Stunde vor dem internen Audit (jeder Verantwortliche prüft sein Blatt: Schritte, Nachweise, Kennzahl, Risiken); Prüfraster mit 12 Kriterien
- Verfahren im eigenen HausVerfahren im eigenen Haus: Ansprechpartner für QM-Fragen, Ablage von Handbuch, Vorlagen und Nachweisen, Freigaben, feste Termine und nächste Schritte im Unternehmen
Häufige Fragen
Wie viele Prozesse braucht ein Kleinbetrieb?
Acht bis zwölf: zwei bis drei Führungsprozesse, zwei bis vier Wertschöpfungsprozesse, vier bis sechs Unterstützungsprozesse. Mehr als fünfzehn heißt, dass Tätigkeiten zu Prozessen erklärt wurden.
Muss ich eine Turtle-Grafik zeichnen?
Nein. Die Turtle (Eingabe, Ausgabe, womit, wer, wie, Kennzahl) ist eine Denkhilfe; das Prozessblatt des Kurses enthält dieselben Felder als Tabelle. Auditoren fragen nach den Inhalten, nicht nach der Schildkröte.
Wie unterscheiden sich Prozessblatt und Arbeitsanweisung?
Das Prozessblatt beschreibt den Ablauf über alle Beteiligten mit Nachweisen (wer macht was wann). Die Arbeitsanweisung beschreibt einen Handgriff am Arbeitsplatz (wie genau). Der Kurs „Verfahrens- und Arbeitsanweisungen“ vertieft das.
Brauche ich Swimlane-Diagramme?
Nicht zwingend. Für Abläufe mit vielen Übergaben zwischen Stellen sind sie hilfreich; für die meisten Kleinbetriebe reicht die Schritt-Tabelle im Prozessblatt. Der Kurs zeigt beides.
Gilt der Kurs auch für ISO 9001:2026?
Ja. Kapitel 4.4 bleibt inhaltlich unverändert; die 2026er Fassung betont die Verbindung zu Risiken, Chancen und Änderungsplanung – der Kurs ist darauf abgestimmt.
Ist der Kurs kostenlos?
Ja, wie alle Kurse der QM-Guru Akademie. Keine Anmeldung; die E-Mail-Adresse dient nur der Zustellung des Zertifikats.