🔍 Qualitätsmanagement

Reklamationen und Kennzahlen

Reklamation in sechs Schritten, Ursache mit fünf Warum, Korrekturmaßnahme mit Wirksamkeit, Fehlersammelliste, fünf Kennzahlen, Kundenzufriedenheit ohne Fragebogen – mit Vorlagen und Übungsfirma

📚 Module14
⏱️ Dauer60–85 Min.
✅ Bestehensgrenze80 %
🏆 ZertifikatPDF per E-Mail
📅 Gültigkeit12 Monate
💶 PreisKostenlos
🔄 Stand2026-10-31

👥 Zielgruppe: QM-Beauftragte und Geschäftsführer kleiner Betriebe, die Reklamationen systematisch und ohne Formularflut bearbeiten wollen, Vertrieb, Service und Werkstattleitung, die Reklamationen entgegennehmen und bearbeiten

Über diese Schulung

Jeder Betrieb hat Reklamationen – die Frage ist, was er damit macht. Die ISO 9001 verlangt in 8.7 die Steuerung des fehlerhaften Ergebnisses, in 10.2 die Ursachenanalyse und Korrekturmaßnahme mit Wirksamkeitsbewertung, in 9.1 Kennzahlen und in 9.1.2 die Bewertung der Kundenzufriedenheit. In Kleinbetrieben scheitert das selten am Willen, sondern an drei Dingen: Reklamationen werden erledigt, aber nicht erfasst; Ursachen werden vermutet, aber nicht geprüft; Zufriedenheit wird gefühlt, aber nicht bewertet.

Dieser Kurs zeigt den Weg ohne 8D-Report und ohne Fragebogenaktion: die Reklamation in sechs Schritten auf einem Blatt, die Unterscheidung Korrektur und Korrekturmaßnahme, die Fünf-Warum-Methode in zehn Minuten, die Fehlersammelliste als Quelle der Wiederholer, fünf Kennzahlen, die jeder Betrieb ohne neue Zählung hat, die Kundenzufriedenheit aus Reklamationen, Wiederbeauftragung und dem Gespräch nach Lieferung – und wie das alles in die Managementbewertung fließt. An der Übungsfirma Nordlicht IT-Service GmbH (9 Mitarbeiter, erfunden) bearbeiten Sie drei Reklamationen bis zur Wirksamkeitsbewertung und bauen das Kennzahlenblatt. 14 Module, Abschlusstest, Teilnahmezertifikat mit prüfbarer Nummer.

Was dieser Kurs leistet — und was nicht: Der Kurs behandelt Kapitel 8.7, 9.1.1, 9.1.2, 9.1.3, 10.1, 10.2 und 10.3 der ISO 9001:2015 für Betriebe mit 1 bis 50 Mitarbeitern. Nicht Gegenstand: 8D-Methodik und Problemlösungswerkzeuge der Automobilindustrie (IATF 16949), statistische Prozessregelung, Gewährleistungsrecht im Detail, Kundenbefragungen mit Marktforschungsmethoden. Internes Audit, Managementbewertung und der Maßnahmenplan als Ganzes haben eigene Kurse. Die Übungsfirma ist erfunden; Kennzahlen-Richtwerte sind Erfahrungswerte.

Inhalte im Überblick

  1. Warum Reklamationen das Beste sind, was dem QM-System passieren kannDie drei Normstellen (8.7, 10.2, 9.1.2) und ihre Kette; warum „keine Reklamationen“ im Audit unglaubwürdig ist; die drei Fehler der Kleinbetriebe (nicht erfasst, Ursache vermutet, Zufriedenheit gefühlt); der Weg: ein Blatt, eine Liste, fünf Zahlen
  2. Die Reklamation in sechs Schritten auf einem BlattAufnahme (wer, was, wann, Auftrag, Foto) · Sofortmaßnahme und Kundeninformation binnen 24 Stunden · Korrektur (Nacharbeit, Ersatz, Gutschrift) mit erneuter Prüfung · Ursache · Korrekturmaßnahme (wenn angemessen) · Wirksamkeit nach drei Monaten; das Reklamationsblatt; Zuständigkeit und Eskalation; interne Fehler auf demselben Blatt
  3. Korrektur oder Korrekturmaßnahme: der Unterschied, den Auditoren prüfenKorrektur = Fehler beseitigen; Korrekturmaßnahme = Ursache beseitigen; wann eine Korrekturmaßnahme angemessen ist (Wiederholung, Schaden, Sicherheit, Kunde) und wann nicht; typische Korrekturmaßnahmen im Kleinbetrieb; was keine Korrekturmaßnahme ist (ermahnen, erinnern, aufpassen); Verbindung zum Maßnahmenplan
  4. Ursache finden: Fünf Warum in zehn Minuten – ohne SchuldigenDie Fünf-Warum-Methode mit Beispiel; Regeln (am Ort, mit Beteiligten, ohne Schuld, bis zur System-Ursache, nicht bis zur Weltformel); die fünf Ursachenfelder des Kleinbetriebs (Information, Prüfung, Qualifikation, Material, Ablauf); Ishikawa nur bei Wiederholern; ähnliche Fälle prüfen (10.2.1 b 3)
  5. Die Fehlersammelliste: Quelle der Wiederholer und der FehlerkostenEine Liste für alle Fehler (intern, Lieferant, Kunde) mit Nr., Datum, Auftrag, Herkunft, Fehlerart, Ursachenfeld, Kosten, Status; Auswertung quartalsweise: Top 3 Fehlerarten, Wiederholer, Kosten; wer einträgt; Verbindung zu Reklamationsblatt, Kennzahl, Managementbewertung; Fehlerkosten als Argument
  6. Wirksamkeit bewerten: der Schritt, den alle vergessen (10.2.1 d)Was Wirksamkeit heißt (Fehler tritt nicht mehr auf – messbar); wann (drei Monate nach Umsetzung; bei seltenen Fehlern: nächster vergleichbarer Auftrag); womit (Fehlersammelliste, Stichprobe, Kennzahl); drei Ausgänge (wirksam, teilweise, nicht wirksam → neue Ursache); Aufzeichnung; Risiken und System aktualisieren (10.2.1 e, f)
  7. Fünf Kennzahlen, die jeder Betrieb hat – ohne neue Zählung (9.1.1)Was 9.1.1 verlangt (was, wie, wann messen und bewerten; Aufzeichnung); die fünf Standardkennzahlen (Termintreue, Reklamationen/-quote, Angebotsquote, Kundenzufriedenheit, Lieferantenbewertung) mit Quelle, Formel, Frequenz, Richtwert; branchenspezifische Ergänzung; Kennzahlenblatt; was keine Kennzahl ist
  8. Kundenzufriedenheit ohne Fragebogen: vier Quellen und eine Tabelle (9.1.2)Was 9.1.2 verlangt (Wahrnehmung der Kunden überwachen; Methode festlegen); die vier Quellen des Kleinbetriebs (Reklamationen, Wiederbeauftragung/Kündigung, Gespräch nach Lieferung mit Note, Bewertungen online); die Bewertungstabelle nach Schulnoten (Flexibilität, Zuverlässigkeit, Liefertreue) für Hauptkunden; wann eine Befragung sinnvoll ist; negative Rückmeldung als Reklamation
  9. Reklamationen in sechs Branchen: typische Fehlerarten, Reaktionszeit, KorrekturFertigung, Handwerk/Bau, Handel, IT, Dienste, Beratung: die drei häufigsten Reklamationsarten, angemessene Reaktionszeit, typische Korrektur und Korrekturmaßnahme; Mängelrüge und Gewährleistung als Rahmen; Reklamation an den eigenen Lieferanten weiterreichen
  10. Fortlaufende Verbesserung (10.1, 10.3): drei Quellen, ein Plan, kein VorschlagswesenWas 10.1 und 10.3 verlangen; die drei Quellen der Verbesserung im Kleinbetrieb (Fehlersammelliste, Kennzahlen, Mitarbeiter in der Besprechung); Verbesserung ≠ Korrekturmaßnahme; wie Verbesserungen in den Maßnahmenplan kommen (Quelle „Verbesserung“); Nachweis für den Auditor; Kaizen und Vorschlagswesen sind nicht gefordert
  11. Was der Auditor zu Reklamationen, Kennzahlen und Zufriedenheit fragtDie Prüfkette: letzte Reklamation → Blatt → Ursache → Maßnahme → Wirksamkeit → Fehlersammelliste → Kennzahl → Managementbewertung; 25 Auditfragen aus echten Audits mit Nachweis; die fünf häufigsten Abweichungen zu 8.7, 9.1, 10.2; Antwort in fünf Minuten
  12. Praxisfall: Nordlicht IT-Service – drei Reklamationen, ein KennzahlenblattÜbungsfirma Nordlicht IT-Service GmbH (9 Mitarbeiter, erfunden): drei Reklamationen (Störung nach Update, Hotline nicht erreichbar, Datenverlust nach Umzug) mit dem Reklamationsblatt bearbeiten – Korrektur, fünf Warum, Korrekturmaßnahme oder nicht, Wirksamkeit; Fehlersammelliste mit Wiederholer; Kennzahlenblatt bauen; Kundenzufriedenheit für fünf Hauptkunden; Musterlösung
  13. Nachweise: Der Reklamationsordner, die Liste, das Blatt – und was in die Managementbewertung gehtDie fünf Dokumente dieses Kurses und ihre Normstellen; Jahreskalender (monatlich Kennzahlen, quartalsweise Fehlerliste, jährlich Kundenzufriedenheit); Eingaben in die Managementbewertung (9.3.2 c 1, c 3, c 4); Aufbewahrung; Prüfraster
  14. Verfahren im eigenen HausVerfahren im eigenen Haus: Ansprechpartner für QM-Fragen, Ablage von Handbuch, Vorlagen und Nachweisen, Freigaben, feste Termine und nächste Schritte im Unternehmen

Häufige Fragen

Brauche ich einen 8D-Report?

Nein. 8D ist ein Format der Automobilindustrie; die ISO 9001 verlangt Reaktion, Ursache, Maßnahme, Wirksamkeit und Aufzeichnung (10.2). Das Reklamationsblatt dieses Kurses erfüllt das auf einer Seite – und wer einem Automobilkunden einen 8D schuldet, füllt ihn aus demselben Inhalt.

Was ist der Unterschied zwischen Korrektur und Korrekturmaßnahme?

Die Korrektur beseitigt den Fehler (Nacharbeit, Ersatz, Gutschrift). Die Korrekturmaßnahme beseitigt die Ursache, damit er nicht wiederkommt (Prüfpunkt ergänzt, Einweisung, Lieferant gewechselt). Die Norm verlangt beides – die Korrekturmaßnahme aber nur, wo sie angemessen ist: nicht jede Reklamation braucht eine.

Muss ich meine Kunden befragen?

Nein. 9.1.2 verlangt, die Wahrnehmung der Kunden zu überwachen – die Methode legen Sie fest. Reklamationsquote, Wiederbeauftragung, Kündigungen, das Gespräch nach Lieferung und eine Bewertungstabelle nach Schulnoten genügen für einen Kleinbetrieb; eine Befragung ist eine Option, keine Pflicht.

Wie viele Kennzahlen braucht ein Kleinbetrieb?

Fünf bis acht: Termintreue, Reklamationen, Angebotsquote, Kundenzufriedenheit, Lieferantenbewertung – plus ein bis drei branchenspezifische. Alle müssen aus Daten kommen, die der Betrieb ohnehin hat. Eine Kennzahl, die niemand erhebt, ist eine Abweichung gegen 9.1.1.

Was ist eine Fehlersammelliste?

Eine Liste aller Fehler – intern, Lieferant, Kunde – mit Datum, Art, Ursache, Kosten. Sie zeigt nach drei Monaten, welche Fehler sich wiederholen; genau die bekommen eine Korrekturmaßnahme. Das ist die Antwort auf die Normforderung, ähnliche Nichtkonformitäten zu prüfen (10.2.1 b 3).

Ist der Kurs kostenlos?

Ja, wie alle Kurse der QM-Guru Akademie. Keine Anmeldung; die E-Mail-Adresse dient nur der Zustellung des Zertifikats.

Wer steht hinter dieser Schulung?

Holger Grosser berät seit über 30 Jahren Unternehmen bei Aufbau und Zertifizierung von Managementsystemen (1.000+ Projekte). Alle Kurse der Akademie basieren auf dieser Beratungspraxis – ohne Theorie-Überladung, nach dem Prinzip „so wenig wie möglich, so viel wie nötig".

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