Das QM-Handbuch in 5 Tagen: Dokumentation, die der Zertifizierer anerkennt
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Was ein QM-Handbuch heute ist – und was die Norm wirklich verlangt
Die ISO 9001 verlangt seit 2015 kein Handbuch mehr. Sie verlangt „dokumentierte Information“ – an rund zwanzig Stellen, mal als aufzubewahrendes Dokument (Geltungsbereich, Politik, Ziele), mal als Aufzeichnung (Auditbericht, Prüfergebnis, Reklamation). Wer diese zwanzig Stellen einzeln bedient, hat am Ende zwanzig Dateien, die niemand findet. Deshalb bündeln Kleinbetriebe sie in einem Dokument: dem kombinierten Unternehmens- und Prozesshandbuch.
| Früher (bis 2008) | Heute (ISO 9001:2015) |
|---|---|
| Handbuch Pflicht, meist 80 bis 150 Seiten | Kein Handbuch gefordert; Umfang nach Größe und Komplexität des Betriebs |
| Sechs dokumentierte Verfahren Pflicht | Keine Pflichtverfahren; Prozesse müssen „im erforderlichen Umfang“ dokumentiert sein |
| Normkapitel abschreiben | Beschreiben, was der Betrieb tut – die Norm ist nur die Prüfliste |
| Qualitätsmanagementbeauftragter Pflicht | Rolle entfällt als Pflicht; Verantwortung liegt bei der obersten Leitung |
Die Gliederung, die sich bewährt hat (25 bis 40 Seiten):
- Kap. 0 Deckblatt mit Stand, Freigabe und Geltungsbereich; Inhalts- und Änderungsverzeichnis
- Kap. 1 Das Unternehmen: Kontext, interessierte Parteien, Geltungsbereich und Ausschlüsse (ISO 9001 Kap. 4)
- Kap. 2 Qualitätspolitik mit Verpflichtungserklärung der Leitung (ISO 9001 Kap. 5.2)
- Kap. 3 Organisation: Organigramm als Tabelle, Rollen und Vertretung (ISO 9001 Kap. 5.3)
- Kap. 4 Ziele, Risiken und Chancen (ISO 9001 Kap. 6)
- Kap. 5 Ressourcen: Personal, Infrastruktur, Prüfmittel, Wissen (ISO 9001 Kap. 7)
- Kap. 6 Prozesslandkarte und Prozessbeschreibungen: Führung, Wertschöpfung, Unterstützung (ISO 9001 Kap. 4.4 und 8)
- Kap. 7 Messung und Verbesserung: Kennzahlen, Audit, Managementbewertung, Maßnahmen (ISO 9001 Kap. 9 und 10)
- Kap. 8 Dokumentierte Informationen: Lenkung, Ablage, Aufbewahrung, Liste der Pflichtaufzeichnungen (ISO 9001 Kap. 7.5)
Jeder Abschnitt beantwortet drei Fragen: Was tun wir? Wer ist verantwortlich? Wo steht der Nachweis? Mehr braucht der Auditor nicht – und mehr liest im Betrieb niemand. Der Download zeigt die Gliederung mit Seitenzahl-Richtwerten und dem Normbezug je Abschnitt.
📄 Handbuch-Gliederung mit Normbezug und Seitenrichtwerten
Fünf Tage, ein Plan: Tag 1 Fragebogen und Unterlagen · Tag 2 Kontext und Geltungsbereich · Tag 3 Prozesse · Tag 4 Politik, Ziele, Organisation · Tag 5 Dokumentenlenkung, Pflichtaufzeichnungen, Freigabe. Je Tag drei bis vier Stunden konzentrierter Arbeit von Chef oder QMB; die Tage dürfen über zwei Wochen verteilt liegen.
Die Grundregel: Beschrieben wird nur, was gelebt wird
Die häufigste Abweichung im Zertifizierungsaudit kleiner Betriebe lautet nicht „Das fehlt“, sondern „Das steht im Handbuch, wird aber nicht gemacht“. Der Auditor liest: Lieferanten werden jährlich bewertet – und fragt nach der Bewertung. Gibt es keine, ist das eine Abweichung, die der Betrieb sich selbst geschrieben hat. Deshalb gilt beim Schreiben eine einzige Regel: Es wird nur beschrieben, was im Betrieb heute gelebt wird. Was noch nicht gelebt wird, kommt als Qualitätsziel mit Termin ins Kapitel Ziele – nicht als Behauptung ins Handbuch.
Die Türschwellen-Regel: Stellen Sie sich an die Tür Ihres Betriebs und beschreiben Sie, was dahinter passiert, wenn ein Auftrag hereinkommt – nicht, was passieren sollte. Jeder Satz muss durch ein Stück Papier, einen Bildschirm oder eine Person belegbar sein, die der Auditor fragen kann.
| Typische Luftnummer im Handbuch | Was im Audit passiert | Ehrliche Formulierung |
|---|---|---|
| „Alle Mitarbeiter werden jährlich geschult.“ | Auditor: „Zeigen Sie mir den Schulungsnachweis von Herrn X.“ | „Schulungsbedarf wird im Jahresgespräch ermittelt; Nachweise liegen in der Personalakte.“ |
| „Lieferanten werden regelmäßig bewertet.“ | „Die letzte Bewertung bitte.“ | „Lieferanten werden bei Reklamation und einmal jährlich anhand der Lieferantenliste bewertet.“ |
| „Es gelten dokumentierte Arbeitsanweisungen für alle Tätigkeiten.“ | „Welche? Wo?“ | „Arbeitsanweisungen gibt es für die Prüfplätze A und B; alle anderen Tätigkeiten laufen nach Einweisung.“ |
| „Die Kundenzufriedenheit wird systematisch gemessen.“ | „Ergebnis des letzten Jahres?“ | „Kundenzufriedenheit wird über Reklamationsquote und Wiederbeauftragung bewertet (Kennzahlen Kap. 7).“ |
Ein zu dickes Handbuch zurückschneiden: Drucken Sie das alte Handbuch aus und markieren Sie jeden Satz mit einem von drei Zeichen – ✔ wird gelebt und ist belegbar, ✘ wird nicht gelebt, ? weiß niemand. Alles mit ✘ und ? wird gestrichen oder zum Ziel. In der Praxis bleiben von 100 Seiten 30 übrig, und die halten jedem Audit stand.
Woran Sie merken, dass Sie zu viel schreiben: Sie verwenden Normwörter, die im Betrieb niemand benutzt („Konformität“, „interessierte Parteien“, „dokumentierte Information“). Schreiben Sie, wie Sie reden – der Normbezug steht als Klammer dahinter: Reklamationen (Kap. 8.7, 10.2).
Tag 1: Der Fragebogen – zwölf Abschnitte, aus denen die Dokumentation entsteht
Alles, was im Handbuch steht, kommt aus Antworten auf Fragen – und zwar auf dieselben Fragen in jedem Betrieb. Deshalb beginnt Tag 1 mit einem Fragebogen: zwölf Abschnitte, rund 60 Fragen, zwei Stunden. Wer ihn vollständig ausfüllt, hat 70 % des Handbuchs im Rohtext.
| Abschnitt | Fragen (Auswahl) | Wird im Handbuch zu |
|---|---|---|
| 1 Firma | Name, Rechtsform, Standorte, Gründung, Mitarbeiterzahl, Branche | Deckblatt, Kap. 1 |
| 2 Produkte und Leistungen | Was verkaufen Sie? An wen? Was machen Sie selbst, was kaufen Sie zu? | Geltungsbereich |
| 3 Kunden und Markt | Hauptkunden, Kundengruppen, Anforderungen (Normen, Zertifikate, Lieferzeiten) | Kontext, interessierte Parteien |
| 4 Organisation | Wer macht was? Wer vertritt wen? Wer entscheidet über Angebote, Einkauf, Personal? | Organigramm, Rollen |
| 5 Auftragsablauf | Anfrage → Angebot → Auftrag → Ausführung → Prüfung → Lieferung → Rechnung: wer, womit, Nachweis? | Wertschöpfungsprozess |
| 6 Einkauf | Lieferanten, Auswahl, Bewertung, Wareneingangsprüfung | U1, U2, U5 |
| 7 Personal | Einstellung, Einweisung, Schulung, Nachweise | F5, Organigramm |
| 8 Prüfmittel und Infrastruktur | Messmittel, Kalibrierung, Maschinen, Wartung, IT | U6, U7 |
| 9 Reklamationen und Fehler | Was läuft schief? Wie wird es erfasst? Wer entscheidet? | U4, F4 |
| 10 Ziele und Kennzahlen | Was wollen Sie nächstes Jahr besser machen? Was messen Sie heute schon? | Kap. Ziele, Kennzahlen |
| 11 Ablage und IT | Wo liegen Angebote, Aufträge, Lieferscheine, Zertifikate? Wer darf ändern? | Dokumentenlenkung |
| 12 Besonderheiten | Gesetze, Branchennormen, Kundenvorgaben, Ausschlüsse (z. B. keine Entwicklung) | Kontext, Ausschlüsse |
Drei Regeln beim Ausfüllen: Erstens kurze Antworten – Stichworte, keine Sätze; der Satz entsteht am Tag 3. Zweitens „Weiß nicht“ ist eine erlaubte Antwort und markiert eine Lücke, die als Ziel ins Handbuch kommt. Drittens zu jeder Antwort das Dokument notieren, das es dazu gibt (Angebotsvorlage, Lieferantenliste, Prüfprotokoll) – das wird die Spalte „Nachweis“ im Prozess.
📄 Fragebogen zur Dokumentation (Word, zwölf Abschnitte)
Der Fragebogen ist als Word-Datei ausfüllbar. Wer ihn an einen Dienstleister gibt, bekommt daraus die Dokumentation erstellt; wer selbst schreibt, arbeitet ihn in den Tagen 2 bis 5 ab. Beispiel eines ausgefüllten Fragebogens: Modul 15 (Übungsfirma Nordlicht).
Tag 1: Unterlagen sammeln – was schon da ist, wird nicht neu geschrieben
Der zweitgrößte Fehler nach dem Zu-viel-Schreiben ist das Doppelt-Schreiben: Betriebe setzen eine „QM-Angebotsvorlage“ auf, obwohl die seit Jahren benutzte Angebotsvorlage völlig in Ordnung ist. Das Handbuch beschreibt die Vorlage nicht, es verweist auf sie. Darum ist die zweite Hälfte von Tag 1 reines Sammeln.
Die Sammelliste – in fast jedem Betrieb vorhanden:
| Nr. | Unterlage | Dient als Nachweis für | Status |
|---|---|---|---|
| 1 | Angebots- und Auftragsbestätigungsvorlage | Kap. 8.2 Anforderungen an Produkte | ☐ vorhanden ☐ fehlt |
| 2 | AGB oder Vertragsmuster | Kap. 8.2.3 Bewertung der Anforderungen | ☐ ☐ |
| 3 | Lieferantenliste (Name, Produkt, Bewertung) | Kap. 8.4 | ☐ ☐ |
| 4 | Lieferschein / Prüfprotokoll / Abnahmeprotokoll | Kap. 8.6 Freigabe | ☐ ☐ |
| 5 | Reklamationen der letzten zwölf Monate (Mails reichen) | Kap. 8.7, 10.2 | ☐ ☐ |
| 6 | Organigramm oder Zuständigkeitsliste | Kap. 5.3 | ☐ ☐ |
| 7 | Stellenbeschreibungen oder Arbeitsverträge mit Tätigkeiten | Kap. 7.2 | ☐ ☐ |
| 8 | Schulungsnachweise, Zertifikate, Einweisungen | Kap. 7.2 | ☐ ☐ |
| 9 | Liste der Mess- und Prüfmittel mit Kalibrierdaten | Kap. 7.1.5 | ☐ ☐ |
| 10 | Wartungsplan, Prüfbücher (UVV, Elektro, Leitern) | Kap. 7.1.3 | ☐ ☐ |
| 11 | Gesetze und Normen, die für Sie gelten (Liste) | Kap. 4.2, 8.2.2 | ☐ ☐ |
| 12 | Letzte Kundenbefragung, Umsatzliste nach Kunden | Kap. 9.1.2 | ☐ ☐ |
Sammelordner: Legen Sie einen Ordner QM mit zwölf Unterordnern an, nummeriert wie die Liste. Jede Unterlage
kommt als Kopie (oder Verknüpfung) hinein. Was fehlt, wird nicht am Tag 1 erstellt – es wird in der Liste
als „fehlt“ markiert und entscheidet am Tag 5, ob es ein Ziel wird oder ob die Aussage im Handbuch gestrichen wird.
Faustregel: Fehlen mehr als vier der zwölf Unterlagen, ist der Betrieb für eine Zertifizierung in fünf Tagen noch nicht reif – dann zuerst zwei Wochen Betrieb aufräumen, dann schreiben.
Die Ablage aus dieser Sammelliste wird am Tag 5 zur Ablagestruktur des Handbuchs (Modul 12). Wer sie von Anfang an so anlegt, spart den Umzug.
Tag 2: Kontext und interessierte Parteien auf einer Seite
Kapitel 4 ist das Kapitel, in dem Berater seitenlang über „Megatrends“ schreiben und Auditoren seitenlang blättern. Für einen Kleinbetrieb reicht eine Seite mit zwei Tabellen. Die Norm will wissen: Was beeinflusst Ihren Betrieb von außen und innen (4.1)? Wer stellt Anforderungen an Sie, und welche (4.2)? Beides muss „überwacht und überprüft“ werden – das passiert einmal jährlich in der Managementbewertung.
Tabelle 1 – Kontext (4.1):
| Bereich | Externe Themen (Beispiele Kleinbetrieb) | Interne Themen |
|---|---|---|
| Markt und Kunden | Preisdruck durch Online-Anbieter; Kunden fordern Zertifikat; Abhängigkeit von zwei Großkunden | Hohe Stammkundenquote; kurze Lieferzeiten als Stärke |
| Recht und Technik | Produktsicherheitsgesetz, Branchennormen, Datenschutz; neue Maschinengeneration | Alte Maschine X, Ersatzteile knapp; IT ohne Backup-Konzept |
| Personal und Wissen | Fachkräftemangel in der Region; Ausbildungsmarkt | Wissen beim Chef konzentriert; zwei Mitarbeiter gehen in fünf Jahren in Rente |
| Lieferkette | Lieferzeiten Elektronik; Einzellieferant für Komponente Y | Lagerbestand ohne System |
Tabelle 2 – Interessierte Parteien (4.2):
| Partei | Was sie von uns erwartet | Relevant für das QM-System? |
|---|---|---|
| Kunden | Termintreue, fehlerfreie Lieferung, Zertifikat, Erreichbarkeit | Ja – Kennzahlen Termintreue, Reklamationsquote |
| Mitarbeiter | Klare Zuständigkeiten, sichere Arbeitsplätze, Einweisung | Ja – Organigramm, Schulung |
| Lieferanten | Klare Bestellungen, pünktliche Zahlung | Ja – Prozess Einkauf |
| Gesetzgeber, Behörden | Einhaltung Produktsicherheit, Steuern, Arbeitsschutz | Ja, soweit produktbezogen (Liste Normen und Gesetze) |
| Bank, Versicherung | Nachweis geordneter Abläufe | Nein für das QM-System; Information in Managementbewertung |
| Inhaber | Ertrag, Nachfolge, Werterhalt | Ja – Ziele |
Jede Zeile mit „Ja“ muss sich an anderer Stelle im Handbuch wiederfinden: als Prozess, Kennzahl, Ziel oder Risiko. Das ist der Test, den Auditoren machen – sie nehmen eine Partei und fragen: „Wo kümmern Sie sich darum?“
📄 Kontext-Blatt: beide Tabellen zum Ausfüllen mit Beispielen aus vier Branchen
Die externen und internen Themen sind zugleich die Rohliste für die Risiken und Chancen (Kap. 6.1) – dafür gibt es den eigenen Kurs „Ziele, Risiken und Chancen“. Im Handbuch steht nur der Verweis: Risiken und Chancen werden aus dem Kontext abgeleitet und jährlich bewertet (Liste Risiken und Chancen).
Tag 2: Geltungsbereich und Ausschlüsse richtig formulieren
Der Geltungsbereich ist die eine Stelle, an der ein Satz im Handbuch wörtlich auf dem Zertifikat landet. Er muss als dokumentierte Information vorliegen (4.3) und drei Dinge nennen: welche Produkte und Dienstleistungen, welche Standorte, und welche Anforderungen der Norm nicht anwendbar sind – mit Begründung.
Satzmuster für den Geltungsbereich:
„Das Qualitätsmanagementsystem gilt für die [Entwicklung,] Herstellung und den Vertrieb von [Produkte] sowie [Dienstleistungen] am Standort [Ort]. Nicht anwendbar ist Kapitel 8.3 (Entwicklung), da Produkte ausschließlich nach Kundenvorgabe/Katalog gefertigt werden.“
Der Zertifizierer übernimmt den Satz; prüfen Sie ihn deshalb auf drei Dinge: Steht nur drin, was Sie heute tun? Steht alles drin, was der Kunde auf dem Zertifikat sehen will? Passt er in zwei Zeilen?
Ausschlüsse – was geht, was nicht:
| Anforderung | Nicht anwendbar, wenn … | Typische Begründung | Geht nicht, wenn … |
|---|---|---|---|
| 8.3 Entwicklung | Sie nach Kundenzeichnung, Katalog oder festem Leistungskatalog arbeiten | „Keine Entwicklung eigener Produkte; Fertigung nach Kundenvorgabe.“ | Sie Angebote mit eigener Konstruktion/Konzeption machen, Software individuell entwickeln oder Rezepturen erstellen |
| 7.1.5.2 Messtechnische Rückführbarkeit | Sie nichts messen, dessen Ergebnis die Produktkonformität belegt (Handel, Beratung, IT-Dienste) | „Es werden keine Messmittel zur Prüfung der Konformität eingesetzt.“ | Sie Maße, Gewichte, Temperaturen, Drücke, Spannungen prüfen und freigeben |
| 8.5.3 Eigentum der Kunden | Sie nie Material, Teile, Daten oder Geräte des Kunden in Händen haben | selten begründbar | Sie Kundendaten (IT!), Kundenteile zur Bearbeitung oder Leihgeräte haben – also fast immer anwendbar |
| 8.5.1 f) Validierung von Prozessen | Jedes Ergebnis durch nachfolgende Prüfung geprüft werden kann | „Alle Prozessergebnisse werden durch Endprüfung verifiziert.“ | Schweißen, Kleben, Lackieren, Wärmebehandlung, Softwarebetrieb |
Zwei Fehler, die im Audit sicher auffallen: Ausschluss 8.3, obwohl das Angebot „Konzeption und Planung“ enthält – dann ist das Angebot die Entwicklung. Und: Geltungsbereich „Dienstleistungen im Bereich Technik“ – zu unbestimmt; der Zertifizierer verlangt Konkretes.
Handelsbetriebe: Kein eigener Fertigungsprozess – deshalb entfallen Prozessvalidierung und meist Rückführbarkeit; dafür gewinnen Lieferantenbewertung, Wareneingang, Lagerung (8.5.4) und Kundeneigentum (Kommissionsware, Retouren) an Gewicht. Das Handbuch sagt das ausdrücklich im Geltungsbereich.
Alle Ausschlüsse stehen im Handbuch und im Antrag beim Zertifizierer gleichlautend. Weichen sie ab, beginnt das Stufe-1-Audit mit einer Diskussion, die Sie nicht brauchen.
Tag 3: Prozessliste und Prozesslandkarte – drei Ebenen, maximal 15 Prozesse
Kapitel 4.4 verlangt, dass Sie Ihre Prozesse „bestimmen“: mit Eingaben und Ergebnissen, Abfolge und Wechselwirkung, Kriterien und Kennzahlen, Ressourcen, Verantwortlichen, Risiken und Verbesserung. Das klingt nach einem Beraterjahr und ist für einen Kleinbetrieb ein Nachmittag – wenn Sie mit der richtigen Zahl anfangen: ein Wertschöpfungsprozess, fünf Führungsprozesse, sieben Unterstützungsprozesse. Mehr hat ein Betrieb mit 50 Mitarbeitern nicht, weniger geht bei sehr kleinen Betrieben (zusammenlegen, nicht weglassen).
Die Prozesslandkarte als Tabelle (eine Grafik ist erlaubt, aber nicht gefordert – die Tabelle ist im Audit leichter zu prüfen):
| Ebene | Prozesse | Zweck |
|---|---|---|
| Führung (F) | F1 Managementbewertung · F2 Risiken und Chancen · F3 Internes Audit · F4 Maßnahmenabwicklung · F5 Schulungen und Kompetenzen | Steuern |
| Wertschöpfung (W) | W1 Auftragsabwicklung: Anfrage → Angebot → Auftrag → Beschaffung → Ausführung → Prüfung → Lieferung → Rechnung → Nachbetreuung | Geld verdienen |
| Unterstützung (U) | U1 Einkauf · U2 Wareneingang · U3 Kundenzufriedenheit · U4 Kundenreklamationen · U5 Lieferantenbewertung · U6 Wartung der Maschinen · U7 Prüfmittelüberwachung | Ermöglichen |
Die Prozessliste – eine Zeile je Prozess, das wichtigste Dokument im Handbuch:
| Nr. | Prozess | Verantwortlich (Rolle) | Kennzahl | Mitgeltende Dokumente |
|---|---|---|---|---|
| W1 | Auftragsabwicklung | Geschäftsleitung / Vertrieb | Termintreue %, Reklamationsquote % | Angebotsvorlage, Auftragsbestätigung, Lieferschein, Prüfprotokoll |
| U1 | Einkauf | Einkauf | Liefertreue der Lieferanten %, Wareneingangsfehler | Lieferantenliste, Bestellvorlage |
| … | … | … | … | … |
Wie Sie Ihre Prozesse finden – in 30 Minuten: Nehmen Sie den letzten abgeschlossenen Auftrag und gehen Sie ihn von der ersten Mail bis zum Zahlungseingang durch. Jede Übergabe von einer Person an eine andere ist ein Prozessschritt; alles, was dabei „nebenher“ gebraucht wird (Lieferant, Mitarbeiter, Maschine, Messmittel), ist ein Unterstützungsprozess. Alles, was einmal im Jahr passiert (Audit, Bewertung, Ziele), ist ein Führungsprozess.
Ziele und Kennzahlen, Dokumentenlenkung und Organisation sind keine eigenen Prozesse, sondern Kapitel des Handbuchs (Modul 10 bis 13) – das hält die Prozessliste kurz.
Wechselwirkung (4.4.1 b) ist mit der Tabelle erledigt: Eingaben eines Prozesses sind Ergebnisse eines anderen – die Spalte „Input/Output“ auf der Prozessseite (nächstes Modul) zeigt das. Keine Pfeilgrafik nötig.
Die zwölf Führungs- und Unterstützungsprozesse sind in Kleinbetrieben so gleich, dass Sie sie als fertige Tabellen übernehmen können – Modul 8 und der Download dazu. Der eine Prozess, den Sie wirklich selbst schreiben, ist W1.
Tag 3: Die Prozessbeschreibung als Tabelle – eine Seite je Prozess
Flussdiagramme mit Rauten sind schön und werden nie aktualisiert. Die Prozessbeschreibung, die in Kleinbetrieben seit dreißig Jahren funktioniert, ist eine Tabelle auf einer Seite mit vier Feldern:
1 Stammdaten: Prozess-Nr., Name, Kategorie (F/W/U), Verantwortlich (Rolle), Stand. 2 Ablauf:
| Nr. | Tätigkeit | Verantwortlich | Hilfsmittel / Dokument |
|---|---|---|---|
| 1 | Anfrage entgegennehmen und auf Machbarkeit prüfen (Termin, Kapazität, Material) | Vertrieb | Anfrage-Mail, Kapazitätsübersicht |
| 2 | Angebot erstellen und freigeben | Vertrieb / GL | Angebotsvorlage |
| 3 | Auftrag prüfen: stimmt Auftrag mit Angebot überein? Auftragsbestätigung senden | Vertrieb | Auftragsbestätigung |
| 4 | Material beschaffen (→ U1, U2) | Einkauf | Bestellung |
| 5 | Auftrag ausführen | Fertigung / Technik | Auftragsmappe, Arbeitsanweisung |
| 6 | Prüfen und freigeben (Prüfpunkt) | Fertigung | Prüfprotokoll |
| 7 | Liefern / übergeben | Versand | Lieferschein |
| 8 | Rechnung stellen | Buchhaltung | Rechnung |
| 9 | Nachbetreuung, Reklamation (→ U4) | Vertrieb | Reklamationsformular |
3 Input und Output: Input: Kundenanfrage, Zeichnung/Leistungsbeschreibung, Material. Output: geliefertes Produkt, Prüfprotokoll, Rechnung, Kundenrückmeldung. 4 Hinweise: Sonderfälle, Schnittstellen, Kennzahlen, Risiken (eine Zeile reicht).
Regeln für den Wertschöpfungsprozess W1: höchstens neun Schritte (sonst teilen: W1 Vertrieb, W2 Ausführung), genau ein Prüfpunkt, der die Freigabe zum Kunden belegt (8.6) – nicht fünf; wer fünf Prüfungen aufschreibt, muss fünf Protokolle zeigen. Darstellung gern als Swimlane (Zeilen = Rollen, Spalten = Schritte), der Prüfpunkt grün markiert; im Handbuch steht aber zusätzlich die Tabelle.
Die zwölf Standardprozesse übernehmen: F1 Managementbewertung, F2 Risiken und Chancen, F3 Internes Audit, F4 Maßnahmenabwicklung, F5 Schulungen und Kompetenzen, U1 Einkauf, U2 Wareneingang, U3 Kundenzufriedenheit, U4 Kundenreklamationen, U5 Lieferantenbewertung, U6 Wartung der Maschinen, U7 Prüfmittelüberwachung – als fertige Vier-Felder-Seiten. Sie ändern nur die Spalte „Verantwortlich“ (Ihre Rollen) und streichen, was Sie nicht tun. Handelsbetriebe und reine Dienstleister streichen U6 und U7 oder reduzieren sie auf Fahrzeuge, IT und Waagen.
📄 Die zwölf Standardprozesse F1–F5 und U1–U7 als Vier-Felder-Tabellen
Der Test am Ende von Tag 3: Geben Sie die Seite W1 einem Mitarbeiter, der den Auftrag nicht bearbeitet, und lassen Sie ihn erklären, was bei Schritt 6 geprüft wird und wo das steht. Kann er es nicht, ist die Zeile zu ungenau – nicht der Mitarbeiter.
Tag 3: Branchenmuster – wie der Wertschöpfungsprozess in 13 Branchen aussieht
Der Wertschöpfungsprozess ist der einzige, den Sie selbst schreiben – aber auch er ist in Ihrer Branche nicht neu. Aus über 1 000 Dokumentationen lassen sich für 13 Branchen typische Schrittfolgen ableiten, die als Startpunkt dienen. Sie passen an, was bei Ihnen anders läuft; meist sind das zwei von neun Schritten.
| Branche | Typische Schritte W1 | Der eine Prüfpunkt (8.6) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Fertigung / Metall / Kunststoff | Anfrage → Angebot nach Zeichnung → AB → Material → Fertigung → Endprüfung → Versand → Rechnung | Endprüfung nach Zeichnung mit Messmittel | Prüfmittel (7.1.5) und Rückverfolgbarkeit Material |
| Handwerk (Schreiner, Metallbau, SHK) | Aufmaß → Angebot → Auftrag → Werkstatt → Montage → Abnahme → Rechnung | Abnahme beim Kunden mit Unterschrift | Aufmaß ist Anforderungsermittlung (8.2.2) |
| Handel / Fachhandel | Anfrage → Angebot → Bestellung Lieferant → Wareneingang → Lagerung → Kommissionierung → Lieferung → Rechnung | Wareneingangs- und Versandkontrolle | Lieferantenbewertung ist Kern; kein Fertigungsprozess |
| IT-Dienstleistung / Systemhaus | Anfrage → Konzept und Angebot → Auftrag → Beschaffung → Installation/Konfiguration → Funktionstest → Übergabe → Rechnung → Support | Funktionstest und Übergabeprotokoll | Konzept kann Entwicklung (8.3) sein; Kundendaten = Kundeneigentum (8.5.3) |
| Reinigung / Gebäudedienste | Objektbesichtigung → Leistungsverzeichnis → Vertrag → Einsatzplanung → Ausführung → Objektkontrolle → Rechnung | Objektkontrolle (Stichprobe, Protokoll) | Personal und Einweisung (7.2), Schlüssel = Kundeneigentum |
| Logistik / Transport | Anfrage → Angebot → Auftrag → Disposition → Abholung → Transport → Zustellung mit Quittung → Rechnung | Ablieferquittung, Schadensfreiheit | Fremdfahrer = ausgelagerte Prozesse (8.4) |
| Beratung / Ingenieurbüro | Erstgespräch → Angebot mit Leistungsbeschreibung → Auftrag → Bearbeitung → interne Prüfung (Vier-Augen) → Übergabe → Rechnung | Vier-Augen-Prüfung des Ergebnisses | Entwicklung (8.3) meist anwendbar |
| Bau / Ausbau | Ausschreibung/Anfrage → Kalkulation → Angebot → Auftrag → Bauausführung → Abnahme nach VOB → Schlussrechnung | Abnahme nach VOB/BGB mit Protokoll | Nachunternehmer (8.4), Baustellenbegehung |
| Elektro / Anlagenbau | Anfrage → Planung → Angebot → Auftrag → Installation → Prüfung nach VDE → Übergabe → Rechnung | VDE-Prüfprotokoll | Gesetzliche Prüfpflichten in Liste Normen und Gesetze |
| Medizintechnik-Handel | Anfrage → Angebot → Bestellung → Wareneingang mit Chargenprüfung → Lieferung → Einweisung → Rechnung | Chargen-/Seriennummernprüfung | Rückverfolgbarkeit (8.5.2), MPDG-Pflichten |
| Labor / Prüfdienst | Auftrag → Probenannahme → Prüfung → Ergebnisprüfung → Bericht → Rechnung | Freigabe des Prüfberichts durch zweite Person | Prüfmittel und Rückführbarkeit zentral |
| Schulung / Bildung | Anfrage → Angebot → Anmeldung → Durchführung → Lernerfolgskontrolle → Zertifikat → Rechnung | Lernerfolgskontrolle / Teilnehmerbewertung | Trainerqualifikation (7.2), Kundeneigentum: Teilnehmerdaten |
| Reparatur / Service | Annahme mit Fehlerbeschreibung → Diagnose → Kostenvoranschlag → Freigabe Kunde → Reparatur → Funktionsprüfung → Rückgabe → Rechnung | Funktionsprüfung | Kundengerät = Kundeneigentum (8.5.3), Kostenvoranschlag = Anforderungsbewertung |
So nutzen Sie das Muster: Nehmen Sie Ihre Branche, schreiben Sie die Schritte in die Vier-Felder-Tabelle und prüfen Sie jede Zeile am letzten echten Auftrag. Zwei Dinge weichen fast immer ab: wer freigibt (bei Ihnen vielleicht der Chef statt der Fertigung) und wie der Auftrag hereinkommt (Telefon statt Mail). Beides ändern – nicht das Muster verteidigen.
📄 Prozessbeschreibungen W1 für 13 Branchen als Vier-Felder-Tabellen
Mischbetriebe (Handel plus Service, Fertigung plus Montage) schreiben zwei Wertschöpfungsprozesse W1 und W2 mit je einem Prüfpunkt – nicht einen mit achtzehn Schritten.
Tag 4: Qualitätspolitik und Ziele – eine Seite Politik, eine Tabelle Ziele
Die Qualitätspolitik ist das Dokument, das am häufigsten aus dem Internet kopiert wird – und das merkt der Auditor in der ersten Minute, weil er den Mitarbeiter in der Fertigung fragt: „Was steht in Ihrer Politik?“ Die Norm verlangt, dass die Politik bekannt gemacht, verstanden und angewendet wird (5.2.2). Also: eine halbe Seite, in Ihren Worten, mit vier Pflichtinhalten.
| Pflichtinhalt (5.2.1) | Was gemeint ist | Beispielsatz Kleinbetrieb |
|---|---|---|
| a) Angemessen für Zweck und Kontext | Passt zu dem, was Sie tun | „Wir fertigen Einzelteile und Kleinserien für den Maschinenbau in der Region – schnell, maßhaltig, verlässlich.“ |
| b) Rahmen für Qualitätsziele | Aus jedem Satz muss sich ein Ziel ableiten lassen | „Termintreue ist unser wichtigstes Versprechen.“ → Ziel: Termintreue ≥ 95 % |
| c) Verpflichtung, Anforderungen zu erfüllen | Kundenanforderungen, Gesetze, Normen | „Wir erfüllen die Anforderungen unserer Kunden sowie die geltenden Gesetze und Normen.“ |
| d) Verpflichtung zur fortlaufenden Verbesserung | Nicht „Null Fehler“, sondern „besser werden“ | „Wir verbessern unser Qualitätsmanagementsystem fortlaufend.“ |
Darunter die Verpflichtungserklärung der Leitung – zwei Sätze, Ort, Datum, Unterschrift des Inhabers oder Geschäftsführers. Das ist zugleich der Nachweis für 5.1.1 (Führung und Verpflichtung). Bekanntmachung: Aushang im Pausenraum oder Intranet, Erwähnung in der nächsten Besprechung mit Protokollzeile – mehr nicht.
Qualitätsziele (6.2): Sechs bis neun Ziele – die sechs Standardziele der Kleinbetriebe (Umsatz, Angebotsquote, Reklamationen, Kundenzufriedenheit, Lieferantenbewertung, Zertifizierung) plus ein bis drei betriebseigene –, jedes mit sechs Angaben, als Tabelle im Handbuch oder als eigenes Blatt (das Handbuch verweist dann darauf). Drei Beispielzeilen:
| Ziel | Messgröße und Zielwert | Ist-Wert | Verantwortlich | Termin | Maßnahmen / Mittel |
|---|---|---|---|---|---|
| Termintreue erhöhen | Anteil termingerechter Lieferungen ≥ 95 % | 88 % | GL | 31.12. | Kapazitätsplanung wöchentlich, Puffer in AB |
| Reklamationen senken | Reklamationsquote ≤ 1,5 % der Aufträge | 2,4 % | Fertigung | 31.12. | Prüfpunkt vor Versand, Fehlersammelliste |
| Lieferantenbewertung einführen | Alle A-Lieferanten bewertet | 0 | Einkauf | 30.06. | Bewertungsblatt aus U5, zwei Stunden je Quartal |
Das dritte Beispiel zeigt die Regel aus Modul 2: Was noch nicht gelebt wird, ist ein Ziel, keine Behauptung. Jedes Ziel braucht eine Zahl, die Sie heute schon erheben können – sonst ist es ein Wunsch. Die Ziele werden in der Managementbewertung bewertet und jährlich neu gesetzt; dafür gibt es den eigenen Kurs „Ziele, Risiken und Chancen“.
📄 Qualitätspolitik: Muster für vier Branchen, Verpflichtungserklärung, Organigramm-Vorlage
Was nicht in die Politik gehört: Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Datenschutz – außer Sie lassen das mitprüfen. Jeder Satz, der dort steht, wird auditiert.
Tag 4: Organigramm, Rollen und Vertretung – Rollen statt Namen
Kapitel 5.3 verlangt, dass Verantwortlichkeiten und Befugnisse „zugewiesen, bekannt gemacht und verstanden“ sind. Dafür reicht eine Tabelle – und sie hält länger als ein Kästchen-Organigramm, wenn Sie eine Regel einhalten: Im Handbuch stehen Rollen, keine Namen. Sonst müssen Sie bei jedem Personalwechsel das Handbuch neu freigeben. Die Zuordnung Person → Rolle steht auf einem eigenen Blatt, das Sie ohne Handbuchänderung pflegen.
Organigramm als Tabelle:
| Rolle | Aufgaben (Kurzform) | Befugnisse | Vertretung |
|---|---|---|---|
| Geschäftsleitung (GL) | Strategie, Kunden, Personal, Freigabe Politik und Handbuch, Managementbewertung | Alle; Angebotsfreigabe > 10.000 € | Stellvertretende GL |
| QM-Beauftragter (QMB) – optional | Pflege Handbuch, Auditprogramm, Maßnahmenverfolgung, Kennzahlen | Dokumente freigeben; Produkte sperren | GL |
| Vertrieb / Auftragsannahme | Anfragen, Angebote, Auftragsbestätigung, Kundenkontakt | Angebote bis 10.000 € | GL |
| Einkauf | Lieferanten, Bestellungen, Wareneingang | Bestellungen bis 5.000 € | Vertrieb |
| Fertigung / Technik / Ausführung | Auftragsausführung, Prüfung und Freigabe, Prüfmittel | Freigabe zur Lieferung; Sperren fehlerhafter Teile | GL |
| Buchhaltung / Verwaltung | Rechnungen, Personalakten, Ablage | – | GL |
Der Fünf-Personen-Betrieb: Eine Person kann mehrere Rollen haben – der Chef ist GL, Vertrieb und QMB, der Meister ist Fertigung und Einkauf. Das ist zulässig; nur die Vertretung muss immer eine andere Person sein. Bei zwei Personen im Betrieb lautet die Vertretung des Chefs ehrlich: „extern (Steuerberater/Partnerbetrieb) für Rechnung und Kundenkontakt; Aufträge ruhen“. Das ist besser als eine erfundene Vertretung.
Was die Norm nicht mehr verlangt: einen Qualitätsmanagementbeauftragten. Die Aufgaben (5.3 a bis e) müssen zugewiesen sein, aber die oberste Leitung kann sie behalten. In Betrieben bis zehn Mitarbeiter ist der Chef meistens selbst der QMB – dann steht das so da.
Vertretungsregel als Satz im Handbuch: „Jede Rolle hat eine benannte Vertretung (Tabelle). Bei Abwesenheit über zwei Wochen übernimmt die Vertretung alle Befugnisse der Rolle.“ Ein Satz, der im Audit und im Betrieb wirklich hilft.
Die Stellenbeschreibungen aus Tag 1 (Sammelliste Nr. 7) werden in der Tabelle nur referenziert, nicht abgeschrieben. Kompetenznachweise (7.2) liegen in der Personalakte – das Handbuch sagt, dass sie dort liegen.
Tag 5: Dokumentenlenkung ohne Stempel – Ablage, Kennzeichnung, Änderung
Dokumentenlenkung klingt nach Stempel, Verteilerliste und Revisionsnummer. Die Norm verlangt davon nichts. Sie verlangt (7.5.2), dass Dokumente gekennzeichnet sind (Titel, Datum, Autor oder Nummer), ein geeignetes Format haben und vor Verwendung geprüft und freigegeben werden; und (7.5.3), dass sie verfügbar, geschützt, verteilt, geändert, aufbewahrt und entsorgt werden – gelenkt. Für einen Kleinbetrieb heißt das: eine Ordnerstruktur, eine Namensregel, eine Fußzeile, eine Tabelle.
Die Namensregel: Dokumentname_JJJJ-MM-TT.docx – das Datum im Dateinamen ist der Stand. Eine
Revisionsnummer ist nicht nötig; zwei Dateien mit verschiedenen Daten können nicht verwechselt werden. Die
Fußzeile jeder Vorlage trägt denselben Stand und den Dokumentnamen.
Die Ordnerstruktur (die zwölf Unterordner des Sammelordners aus Tag 1 werden hier einsortiert):
| Ordner | Inhalt | Wer darf ändern | Aufbewahrung |
|---|---|---|---|
| 01 Handbuch | Handbuch (PDF freigegeben, DOCX Arbeitsfassung), Prozessliste, Organigramm Personen | GL / QMB | Vorgängerstand ein Jahr im Unterordner „Archiv“ |
| 02 Vorlagen | Angebot, AB, Lieferschein, Prüfprotokoll, Reklamation, Bestellung, Schulungsnachweis | QMB | Nur aktuelle Fassung im Ordner |
| 03 Aufzeichnungen | Ausgefüllte Vorlagen nach Jahr und Vorgang | Alle (nur hinzufügen) | 10 Jahre (Geschäftsunterlagen, Produkthaftung) |
| 04 Externe Dokumente | Normen, Gesetze (Liste), Kundenzeichnungen, Lieferantenzertifikate | QMB (Ablage), niemand (Inhalt) | Solange gültig; alte Zeichnungsstände kennzeichnen |
| 05 Führung | Ziele, Risiken, Auditprogramm, Auditberichte, Managementbewertung, Maßnahmenplan | GL / QMB | 10 Jahre; Auditprogramm, Auditpläne und Auditberichte mindestens 3 Jahre |
Freigabe durch Ablage: Was im Ordner „02 Vorlagen“ liegt, ist freigegeben – weil nur der QMB dort schreiben darf. Das ist die ganze Freigaberegel; sie steht so im Handbuch. Für das Handbuch selbst gilt: Freigabe durch Unterschrift der GL auf dem Deckblatt (PDF), die DOCX ist die Arbeitsfassung.
Änderungsverzeichnis: Eine Tabelle am Ende des Handbuchs – Stand, Abschnitt, Änderung, Freigabe. Drei Zeilen im Jahr sind normal; null Zeilen in zwei Jahren bedeuten für den Auditor: Das Handbuch lebt nicht.
Externe Dokumente (7.5.3.2 d): Kundenzeichnungen und Normen müssen „gekennzeichnet und gelenkt“ sein – das heißt: Sie wissen, welcher Stand gilt, und der alte liegt nicht auf dem Prüfplatz. Normen besitzen Sie als Kauf oder haben Zugang (Beuth, Verband); die ISO 9001 selbst sollten Sie besitzen.
📄 Ablagestruktur, Namensregel, Fußzeile, Änderungsverzeichnis und Aufbewahrungsfristen
Papier oder digital? Beides ist erlaubt; mischen Sie nicht pro Dokument. Wer digital arbeitet, braucht eine Antwort auf „Backup?“ (Schutz, 7.5.3.1 b) – ein Satz: „Tägliche Sicherung auf [NAS/Cloud], Wiederherstellung jährlich getestet.“ Und dann testen Sie es wirklich.
Tag 5: Die Pflichtaufzeichnungen – was die Norm aufbewahrt sehen will
Die Norm unterscheidet aufrechtzuerhaltende dokumentierte Information (Dokumente, die gelten: Geltungsbereich, Politik, Ziele, Prozesse) und aufzubewahrende (Aufzeichnungen, die belegen: Prüfergebnisse, Auditberichte, Schulungsnachweise). Beides zusammen sind rund zwanzig Stellen. Wer sie als Tabelle im Handbuch führt, hat im Audit auf jede Frage „Zeigen Sie mir …“ eine Antwort mit Ortsangabe.
| Normstelle | Was gefordert ist | Dokument im Kleinbetrieb | Ort |
|---|---|---|---|
| 4.3 | Geltungsbereich | Handbuch Kap. 1 | 01 Handbuch |
| 4.4.2 | Prozesse: Dokumente zur Durchführung, Aufzeichnungen zum Nachweis | Prozessliste, Prozessseiten | 01 Handbuch |
| 5.2.2 | Qualitätspolitik | Handbuch Kap. 2, Aushang | 01 Handbuch |
| 6.2.1 | Qualitätsziele | Zieltabelle | 05 Führung |
| 7.1.5.1 | Eignung der Überwachungs- und Messmittel | Prüfmittelliste | 02/03 |
| 7.1.5.2 | Kalibrierung / Rückführung | Kalibrierzertifikate, Prüfmittelliste mit Datum | 03 Aufzeichnungen |
| 7.2 | Kompetenz | Schulungsnachweise, Zertifikate, Einweisungsprotokoll | Personalakte |
| 8.1 | Vertrauen, dass Prozesse wie geplant laufen; Konformität der Produkte | Auftragsmappe, Prüfprotokoll | 03 |
| 8.2.3.2 | Ergebnis der Bewertung der Anforderungen, neue Anforderungen | Angebot, Auftragsbestätigung, Änderungsvermerk | 03 |
| 8.3.2–8.3.6 | Entwicklung: Planung, Eingaben, Steuerung, Ergebnisse, Änderungen | Entwicklungsakte (nur wenn 8.3 anwendbar) | 03 |
| 8.4.1 | Bewertung, Auswahl, Überwachung der Lieferanten | Lieferantenliste mit Bewertung | 02/03 |
| 8.5.1 | Merkmale der Produkte, Tätigkeiten, Ergebnisse | Zeichnung, Arbeitsanweisung, Auftragsmappe | 03 / 04 |
| 8.5.2 | Rückverfolgbarkeit (wenn gefordert) | Chargen-/Seriennummer auf Lieferschein und Prüfprotokoll | 03 |
| 8.5.3 | Kundeneigentum: Verlust, Beschädigung, Mitteilung an Kunden | Mail/Vermerk im Reklamationsformular | 03 |
| 8.5.6 | Änderungen in Produktion/Dienstleistung | Änderungsvermerk in Auftragsmappe | 03 |
| 8.6 | Freigabe: Nachweis Konformität, freigebende Person | Prüfprotokoll, Lieferschein mit Unterschrift | 03 |
| 8.7.2 | Nichtkonformität: Beschreibung, Maßnahme, Sonderfreigabe, Befugnis | Reklamations-/Fehlerformular | 03 |
| 9.1.1 | Ergebnisse von Überwachung und Messung | Kennzahlenblatt | 05 |
| 9.2.2 | Auditprogramm und Auditergebnisse | Auditprogramm, Auditbericht | 05 |
| 9.3.3 | Ergebnisse der Managementbewertung | Bericht Managementbewertung | 05 |
| 10.2.2 | Nichtkonformitäten, Maßnahmen, Ergebnisse | Maßnahmenplan | 05 |
📄 Liste der Pflichtaufzeichnungen ISO 9001:2015 mit Normstelle, Dokument und Ort – zum Ausfüllen
Drei Beobachtungen aus Audits: Erstens: 7.2 (Kompetenznachweise) fehlt am häufigsten – nicht die Schulung, der Nachweis. Ein Einweisungsprotokoll mit zwei Unterschriften genügt. Zweitens: 8.2.3.2 wird übersehen – der Nachweis, dass Sie den Auftrag gegen das Angebot geprüft haben; die Auftragsbestätigung erfüllt das, wenn sie wirklich verschickt wird. Drittens: 8.5.3 Kundeneigentum – wer IT-Dienstleister, Reiniger oder Reparaturbetrieb ist, hat ständig Kundeneigentum und braucht eine Zeile dazu.
Was nicht gefordert ist: Protokolle jeder Besprechung, Verteilerlisten, Lesebestätigungen, Formblatt-Register mit Revisionsstand. Wer so etwas führt, führt es für sich – nicht für die Norm.
Tag 5: Prüfung und Freigabe – der Handbuch-Test vor dem Auditor
Vor der Freigabe prüft jemand das Handbuch, der es nicht geschrieben hat – im Kleinbetrieb der Chef, wenn der QMB geschrieben hat, oder ein Mitarbeiter aus der Fertigung, wenn der Chef geschrieben hat. Die Prüfung dauert zwei Stunden und folgt einer Liste; die wichtigsten Punkte:
A Vollständigkeit (Norm): Geltungsbereich mit Ausschlüssen und Begründung · Kontext und interessierte Parteien · Politik mit vier Pflichtinhalten und Unterschrift · Ziele messbar mit Termin · Organigramm mit Vertretung · Prozessliste und Prozessseiten für alle Prozesse · Kennzahlen je Prozess · Audit, Managementbewertung, Maßnahmen beschrieben · Dokumentenlenkung mit Ablage · Liste der Pflichtaufzeichnungen.
B Gelebt-Test (die Regel aus Modul 2): Zehn zufällige Sätze mit „wird“, „werden“, „erfolgt“ heraussuchen – zu jedem muss der Prüfer innerhalb von zwei Minuten den Beleg finden. Ein Satz ohne Beleg: streichen oder zum Ziel machen. Mehr als drei Sätze ohne Beleg: das Handbuch ist nicht reif.
C Konsistenz: Geltungsbereich, Ausschlüsse und Prozessliste passen zusammen (kein Prozess „Entwicklung“ bei Ausschluss 8.3; keine Prüfmittelliste bei Ausschluss 7.1.5.2) · Rollen im Organigramm = Rollen in den Prozessseiten · Dokumentnamen in den Prozessseiten = Dateinamen im Ordner 02 · Kennzahlen in der Prozessliste = Kennzahlen in den Zielen.
D Form: Keine Personennamen · Stand im Dateinamen und in der Fußzeile · Seitenzahlen · Inhaltsverzeichnis · 25 bis 40 Seiten · Normwörter nur in Klammern · Änderungsverzeichnis mit erster Zeile „Erstausgabe“.
📄 Prüfliste Handbuch: 25 Punkte in vier Blöcken mit Bewertungsspalte
Freigabe: Unterschrift der Geschäftsleitung auf dem Deckblatt der PDF-Fassung, Datum = Stand. Die PDF kommt in Ordner 01, die DOCX wird Arbeitsfassung. Bekanntmachung: Kurzvorstellung in der nächsten Besprechung (20 Minuten: Prozesslandkarte, Politik, „wo finde ich was“), Protokollzeile mit Teilnehmern – das ist der Nachweis für 5.2.2 und 7.3 (Bewusstsein).
Nachlauf 30 Tage: Das Handbuch ist am Tag 5 fertig, aber noch nicht bewährt. Vier Wochen lang notiert der QMB jeden Satz, der im Alltag nicht stimmt, auf einem Blatt; nach 30 Tagen folgt Stand 2 mit diesen Korrekturen. Erst danach sollte das Stufe-1-Audit stattfinden. Zertifizierer sehen ein Handbuch mit zwei Ständen und einem gefüllten Änderungsverzeichnis gern – es beweist, dass es benutzt wird.
Praxisfall: Nordlicht IT-Service GmbH schreibt ihr Handbuch in fünf Tagen
Die Nordlicht IT-Service GmbH (erfunden) in Flensburg betreut mit neun Mitarbeitern rund 60 kleine Firmen in der Region: Netzwerk, Server, Arbeitsplätze, Microsoft-365-Einrichtung, Wartungsverträge, Hotline. Ein Kunde aus der Medizintechnik verlangt ein ISO-9001-Zertifikat bis Ende Juni 2023. Im Januar 2023 blockt der Geschäftsführer (zugleich Vertrieb und QMB) fünf Vormittage.
Tag 1 – Fragebogen und Sammelliste: Fragebogen in 90 Minuten. Sammelliste: 10 von 12 Unterlagen vorhanden oder begründet entfallen; die Lieferantenliste hat noch keine Bewertung, Einweisungsnachweise fehlen. Entscheidung: Lieferantenbewertung und Einweisungsnachweis werden Ziele; Prüfmittel gibt es nicht (nur Diagnose-Software, die keine Konformität belegt) → Ausschluss 7.1.5.2 geprüft.
Tag 2 – Kontext und Geltungsbereich: Externe Themen: Fachkräftemangel, Cyberangriffe auf Kunden, Herstellerzertifizierungen. Interessierte Parteien: Kunden (Reaktionszeit, Datensicherheit), Hersteller (Partnerstatus), Gesetzgeber (Datenschutz – relevant, weil Kundendaten = Kundeneigentum). Geltungsbereich: „IT-Dienstleistungen: Planung, Installation, Betrieb und Support von IT-Infrastrukturen für kleine und mittlere Unternehmen am Standort Flensburg.“ Entscheidung 8.3: nicht ausgeschlossen – die „Planung“ (Konzepte für Kunden) ist Entwicklung einer Dienstleistung; Nordlicht beschreibt sie als Schritt 2 in W1 mit Konzeptprüfung. 8.5.3 Kundeneigentum: anwendbar (Kundendaten, Zugangsdaten, Leihgeräte).
Tag 3 – Prozesse: Prozessliste mit W1 Projektauftrag (9 Schritte, Prüfpunkt „Funktionstest und Übergabeprotokoll“), W2 Wartung und Support (Ticket → Bearbeitung → Lösung → Rückmeldung Kunde → Abrechnung, Prüfpunkt „Kunde bestätigt Lösung“), fünf F- und sechs U-Prozesse (U7 Prüfmittelüberwachung gestrichen, U6 auf Fahrzeuge und IT begrenzt). Kennzahlen: Reaktionszeit Hotline, Anteil Tickets gelöst binnen 8 Stunden, Projekttermintreue, Reklamationen.
Tag 4 – Politik und Organisation: Politik in sechs Sätzen; sechs Qualitätsziele Z1–Z6 (drei der sechs Standardziele plus drei betriebseigene); Organigramm mit sieben Rollen für neun Personen (GL = Vertrieb = QMB; zwei Techniker-Teams; Hotline; Verwaltung). Vertretung GL: leitender Techniker.
Tag 5 – Lenkung, Pflichtaufzeichnungen, Freigabe: Ablage im bestehenden Dokumentenmanagement, Namensregel mit Datum, Pflichtaufzeichnungsliste mit 19 Zeilen (8.3 anwendbar, 7.1.5 ausgeschlossen), Prüfung durch den leitenden Techniker, drei Korrekturen, Freigabe.
Übung – drei versteckte Fehler im Entwurf: Im Musterhandbuch-Entwurf (Download 10) stecken drei Fehler, wie sie im Audit auffallen würden. Finden Sie sie, bevor Sie das freigegebene Musterhandbuch (Download 11) öffnen. Hinweise: einer betrifft Modul 2, einer Modul 6, einer Modul 11.
📄 Nordlicht: ausgefüllter Fragebogen, Sammelliste und Handbuch-Entwurf mit drei versteckten Fehlern
📄 Musterhandbuch Nordlicht IT-Service GmbH – freigegebene Fassung mit Auflösung der drei Fehler
Zeitbilanz Nordlicht: 5 × 3,5 Stunden GL + 2 Stunden Prüfung + 1 Stunde Besprechung = 20,5 Stunden. Stufe-1-Audit sechs Wochen später ohne Dokumentenabweichung; Stufe 2 mit zwei Nebenabweichungen (Schulungsnachweis Hotline, Lieferantenbewertung noch nicht begonnen – das Ziel war gesetzt, aber ohne Zwischenstand). Zertifiziert seit Mai 2023.
Nachweise: Was aus den fünf Tagen bleibt – und wie der Zertifizierer es liest
Am Ende der fünf Tage liegen zehn Dinge vor – und genau diese zehn nimmt der Auditor im Stufe-1-Audit in die Hand. Stufe 1 ist die Dokumentenprüfung: Er liest das Handbuch, prüft Geltungsbereich und Ausschlüsse, schaut, ob Politik, Ziele, Prozesse, Audit und Managementbewertung beschrieben sind, und entscheidet, ob Stufe 2 (das Audit im Betrieb) stattfinden kann. Ein Handbuch nach diesem Kurs besteht Stufe 1 in der Regel ohne Nacharbeit.
| Nr. | Ergebnis | Normbezug | Was der Auditor damit tut |
|---|---|---|---|
| 1 | Handbuch (PDF, freigegeben, 25–40 Seiten) | 7.5 | Liest es vor dem Audittag; Grundlage des Auditplans |
| 2 | Geltungsbereich mit Ausschlüssen | 4.3 | Übernimmt ihn auf das Zertifikat; prüft Begründung |
| 3 | Prozessliste und Prozessseiten | 4.4 | Wählt Prozesse für Stufe 2; fragt nach Kennzahlen |
| 4 | Qualitätspolitik, unterschrieben | 5.2 | Fragt Mitarbeiter danach |
| 5 | Zieltabelle | 6.2 | Prüft Messbarkeit; fragt in Stufe 2 nach Ist-Werten |
| 6 | Organigramm (Rollen) + Personenblatt | 5.3 | Prüft Vertretung; gleicht mit Prozessseiten ab |
| 7 | Ablagestruktur und Namensregel | 7.5.3 | Lässt sich im Betrieb ein Dokument zeigen |
| 8 | Liste der Pflichtaufzeichnungen | 7.5.1 | Arbeitet sie in Stufe 2 Zeile für Zeile ab |
| 9 | Änderungsverzeichnis | 7.5.2 | Sieht, ob das Handbuch lebt |
| 10 | Protokoll der Bekanntmachung | 5.2.2, 7.3 | Nachweis Bewusstsein |
Pflege im Jahresrhythmus: Das Handbuch wird nicht „gepflegt“, es wird benutzt – und einmal im Jahr, vor der Managementbewertung, in zwei Stunden durchgesehen: Prozessliste noch richtig? Rollen noch besetzt? Kennzahlen noch die, die Sie messen? Jede Änderung ins Änderungsverzeichnis, neuer Stand, Unterschrift. Mehr ist nicht nötig; weniger fällt im Überwachungsaudit auf.
Was Sie jetzt haben und was noch fehlt: Mit dem Handbuch ist das QM-System beschrieben – nicht betrieben. Die nächsten Kurse der Akademie füllen die Teile, auf die das Handbuch verweist: Ziele, Risiken und Chancen (F2), der Auftrag von der Anfrage bis zur Rechnung (W1 im Detail), Lieferanten, Mitarbeiter, Prüfmittel (U1, U2, U5, F5, U7), Reklamationen und Kennzahlen (U3, U4), internes Audit (F3), Managementbewertung (F1, F4).
📄 Bewertungsraster: Ihr Handbuch in 20 Kriterien selbst bewerten (reif / fast / noch nicht)
Das Bewertungsraster ist zugleich die Übung zum Kursabschluss: Bewerten Sie Ihr eigenes Handbuch oder das Musterhandbuch Nordlicht. Unter 14 von 20 Punkten „reif“ sollte das Stufe-1-Audit noch nicht gebucht werden.
Verfahren im eigenen Haus
Dieses Modul füllt Ihr Unternehmen aus. Der allgemeine Teil der Schulung endet hier; was folgt, kennt nur Ihr Betrieb:
| Punkt | Was festgehalten wird |
|---|---|
| Ansprechpartner | Wer ist QM-Beauftragter bzw. Ansprechpartner für QM-Fragen? Wer vertritt ihn? |
| Dokumente und Vorlagen | Wo liegen Handbuch, Prozessblätter und die Vorlagen, die zu diesem Thema benutzt werden (Ordner, Cloud, Papier)? |
| Nachweise | Wo werden die Nachweise zu diesem Thema abgelegt, und wie lange werden sie aufbewahrt? |
| Freigabe | Wer gibt Dokumente, Änderungen und Entscheidungen zu diesem Thema frei? |
| Termine | Welche festen Termine gelten (internes Audit, Managementbewertung, externes Audit)? |
Betriebe mit Firmenkonto der Akademie erhalten dieses Modul mit ihren eigenen Angaben; die Teilnehmer sehen dann Namen, Termine und Ablageorte ihres Unternehmens. Ohne Anpassung gilt: Fragen Sie Ihre Geschäftsführung oder Ihren QM-Beauftragten, wo diese Angaben in Ihrem Betrieb festgelegt sind – in der Regel im QM-Handbuch.
Abschlusstest
36 Fragen, je eine richtige Antwort. Zum Bestehen brauchen Sie 29 richtige (80 %). Die Auswertung erfolgt auf dem Server — hier auf der Seite steht keine Lösung.
Ihr Ergebnis
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Schicken Sie den Kurslink weiter – kostenlos, ohne Anmeldung. Mit Firmencode landen alle Nachweise im selben Firmenkonto.
Wie es weitergeht
Dokumentation erstellen lassen: Aus dem ausgefüllten Fragebogen erstellen wir das komplette Dokumentenpaket (Handbuch, Prozesse, Vorlagen) zum Festpreis – mit Ihrem Logo und Ihren Abläufen.
Betriebsspezifischer Zusatzteil: Modul „Verfahren im eigenen Haus“ als Festpreis-Anpassung mit Ihren Vorlagen und Ihrer Ablagestruktur.
Die nächsten Kurse: „Ziele, Risiken und Chancen“ und „Der Auftrag von der Anfrage bis zur Rechnung“ in der Akademie – beide bauen auf dem Handbuch auf.
Weitere kostenlose Unterweisungen finden Sie in der Online Akademie. Fragen zur Umsetzung im eigenen Betrieb beantworten wir über das Kontaktformular.
Fachliche Rückfragen zu dieser Unterweisung: Holger.grosser@iso9001.info · Telefon 0911-49522541. Eine Online-Unterweisung erfüllt die Unterweisungspflicht nur, wenn Rückfragen an eine unterweisende Person möglich sind.