Akkreditiert oder nicht — welches ISO-9001-Zertifikat Sie für Kunden und Ausschreibungen brauchen
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Was dieser Kurs nicht leistet (aufklappen)
Worum es geht und was dieser Kurs nicht ist
Dieser Kurs beantwortet eine Frage, die fast jeder Inhaber vor der Zertifizierung stellt: Reicht ein nicht akkreditiertes ISO-9001-Zertifikat – oder brauche ich das mit dem DAkkS-Zeichen? Die Antwort hängt davon ab, wer das Zertifikat sehen will: ein Konzerneinkäufer, eine Vergabestelle, ein Handwerkskunde oder niemand. Der Kurs erklärt, was Akkreditierung bedeutet und was sie nicht aussagt, wie man eine Ausschreibung oder einen Lieferantenfragebogen liest, was „gleichwertige Nachweise“ im Vergaberecht sind, was beide Wege kosten und dauern – und gibt einen Entscheidungsbaum für die eigene Wahl.
Ton: neutral und sachlich. Ein akkreditiertes Zertifikat ist nie falsch, ein seriöses nicht akkreditiertes für viele Zwecke ausreichend. Der Kursanbieter stellt selbst ein nicht akkreditiertes Zertifikat aus und sagt das im Modul „Die seriöse nicht akkreditierte Zertifizierung erkennen“ einmal offen; für akkreditierte Zertifizierungen nennt er TÜV Nord, TÜV Süd und DEKRA.
Was der Kurs nicht leistet: Er ist keine Rechtsberatung – bei konkreten Vergabeunterlagen entscheidet der Wortlaut, im Zweifel die Bieterfrage. Er ist kein Vergaberechtskurs und erklärt nicht den Ablauf der Zertifizierung selbst (Kurs „Zertifizierungsaudit bestehen“) oder die Entscheidung für ISO 9001 überhaupt (Kurs „ISO 9001 entscheiden“). Rechtsstand Vergaberecht: November 2026.
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Die Norm ist gleich, die Stelle nicht. Welches Zertifikat Sie brauchen, sagt der Wortlaut dessen, der es sehen will – nicht der Zertifizierer.
Akkreditiert oder nicht: was rechtlich gilt und was in der Praxis zählt
Die Frage „akkreditiert oder nicht?“ entscheidet im Kleinbetrieb über 3.000 bis 4.500 € in drei Jahren. Hier der Rahmen, in dem Sie entscheiden – ohne Verkaufsinteresse.
Was Akkreditierung bedeutet
Eine Akkreditierung ist die Bestätigung, dass eine Zertifizierungsstelle kompetent und unparteiisch nach ISO/IEC 17021-1 arbeitet. In Deutschland erteilt sie die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) auf Grundlage der EU-Verordnung 765/2008 und des Akkreditierungsstellengesetzes. Ein akkreditiertes Zertifikat trägt das DAkkS-Zeichen und wird über das IAF-Abkommen weltweit anerkannt.
Was ein nicht-akkreditiertes Zertifikat ist
Jeder darf bestätigen, dass ein Betrieb ein QM-System nach ISO 9001 betreibt – ein Berater, ein Verband, eine Zertifizierungsgesellschaft ohne Akkreditierung. Das ist rechtlich zulässig, solange das Zertifikat nicht den Eindruck erweckt, akkreditiert zu sein (kein DAkkS-Zeichen, keine Formulierung wie „akkreditierte Zertifizierung“, sonst irreführende Werbung nach UWG § 5). Es sagt: Ein Dritter hat geprüft, dass das System existiert und gelebt wird. Es sagt nicht: Dieser Dritte wird selbst überwacht.
Die Trennung von Beratung und Zertifizierung
ISO/IEC 17021-1 verlangt Unparteilichkeit: Wer ein System aufbaut, darf es nicht selbst akkreditiert zertifizieren. Deshalb laufen Beratung und akkreditierte Zertifizierung immer über zwei Häuser. Bei nicht-akkreditierten Zertifikaten ist diese Trennung nicht vorgeschrieben – seriöse Anbieter halten sie trotzdem ein (eigene Zertifizierungsstelle, anderer Auditor), weil ein Zertifikat sonst wertlos wirkt.
Was in der Praxis zählt
| Situation | Akkreditiert nötig? |
|---|---|
| Ausschreibung nennt „akkreditiert“, „DAkkS“ oder „nach ISO/IEC 17021“ | ja |
| Kunde schreibt „zertifiziert nach DIN EN ISO 9001“ oder „z. B. ISO 9001“ | in der Regel nein – nachfragen |
| Konzern-Lieferantenportal mit Zertifikats-Upload | meist nein; das Portal prüft Gültigkeit, nicht Akkreditierung |
| Behörden, Bahn, Medizin, Luftfahrt | häufig ja, oft zusätzlich Branchennorm |
| Eigener Wunsch nach Ordnung | nein |
| Fördermittel, die ein Zertifikat verlangen (KfW, Landesbanken) | nachfragen – akzeptiert wird häufiger, als man denkt |
Die Dokumentation ist in beiden Fällen dieselbe. Wer mit einem nicht-akkreditierten Zertifikat anfängt und später zum akkreditierten Zertifizierer wechselt, braucht kein neues System – nur das externe Audit.
📄 Checkliste: Welches Zertifikat akzeptiert mein Kunde? (PDF)
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Akkreditiert heißt: der Zertifizierer wird überwacht. Ob Sie das brauchen, entscheidet der Wortlaut Ihres Kunden, nicht der Verkäufer.
Akkreditiert oder nicht: was das Zeichen bedeutet und wer es braucht
Eine Akkreditierung ist die Zulassung einer Zertifizierungsstelle durch die nationale Akkreditierungsstelle (in Deutschland die DAkkS) – sie prüft, dass die Stelle nach ISO/IEC 17021-1 arbeitet, und erlaubt ihr, das DAkkS-/IAF-Zeichen auf das Zertifikat zu setzen. Das Zeichen sagt: Diese Stelle wurde selbst geprüft. Es sagt nichts darüber, ob der Betrieb besser ist als ein nicht-akkreditiert zertifizierter.
| Akkreditiert | Nicht-akkreditiert | |
|---|---|---|
| Norm und Dokumentation | ISO 9001 – identisch | ISO 9001 – identisch |
| Zeichen auf dem Zertifikat | DAkkS-Zeichen, IAF-Logo | Nur das Zeichen der Stelle |
| Verfahren | 17021-1 streng: Stufe 1/2, Auditzeit nach IAF MD 5, Entscheidung durch unabhängige Stelle | Frei gestaltbar; seriöse Stellen folgen dem Grundablauf |
| Dauer bis Zertifikat | 6–14 Wochen | 1–4 Wochen |
| Kosten (Erfahrungswert) | 2.000–6.500 € Jahr 1 | ab ca. 800 €/Jahr |
| Prüfbar | IAF CertSearch, Datenbank der Stelle | Datenbank der Stelle, QR-Code |
| Gilt für | Ausschreibungen mit Forderung „akkreditiert“, Konzerneinkauf, Branchenpflichten (Bahn, Medizin, Luftfahrt), Behörden | Kundennachweis ohne Forderung, Marketing, Ordnung im Betrieb, Ausschreibungen ohne Zusatz |
Wann akkreditiert nötig ist – und wie Sie es herausfinden: Den Wortlaut der Forderung lesen. Steht dort „akkreditiert“, „DAkkS“, „IAF“ oder „nach ISO/IEC 17021“: ja. Steht dort „zertifiziert nach ISO 9001“, „z. B. DIN EN ISO 9001“, „oder gleichwertig“: in der Praxis meist nein – aber den Kunden fragen und die Antwort schriftlich festhalten (Checkliste im Kurs „ISO 9001 entscheiden“). Öffentliche Ausschreibungen nach VOB/VgV verlangen häufig „akkreditiert“; Industriekunden mit Lieferantenbewertung oft auch; Handwerks- und Dienstleistungskunden fast nie.
Der Zwei-Stufen-Weg: Erst nicht-akkreditiert (schnell, günstig, Zertifikat in Wochen), nach einem Jahr gelebtem System zum akkreditierten Zertifizierer wechseln, wenn ein Kunde es verlangt. Dokumentation und Nachweise sind dieselben; das akkreditierte Audit wird mit einem Jahr Aufzeichnungen leichter.
Prüfen, ob ein Zertifikat echt ist: Akkreditierte Zertifikate stehen in IAF CertSearch und in der Datenbank der Stelle; nicht-akkreditierte in der Datenbank der Stelle (QR-Code auf dem Zertifikat). Ein Zertifikat ohne prüfbare Nummer, ohne Geltungsbereich oder ohne Ablaufdatum ist wertlos – und ein „Zertifikat ohne Audit“ gegen Gebühr ist Betrug am Kunden des Betriebs.
Was keine Rolle spielt: die Größe der Stelle, das Logo, der Name. Ein akkreditiertes Zertifikat einer kleinen regionalen Stelle gilt genauso wie das einer großen – das ist der Sinn der Akkreditierung.
Sind alle ISO-Zertifikate gleichwertig?
Die ehrliche Antwort: Die Norm ist gleich, der Nachweis der Prüfqualität ist es nicht.
- Die Dokumentation, das Audit, das Zertifikat beziehen sich in beiden Fällen auf die ISO 9001. Ein Betrieb, der nicht akkreditiert zertifiziert ist, hat dasselbe QM-System aufgebaut.
- Der Unterschied liegt bei der Stelle: Eine akkreditierte Stelle wird selbst regelmäßig von der DAkkS überwacht (Auditzeiten nach IAF MD 5, Unabhängigkeit der Entscheidung, Kompetenz der Auditoren). Bei einer nicht akkreditierten Stelle verbürgt sich niemand Externes dafür – der Kunde muss der Stelle selbst vertrauen.
- Deshalb gilt juristisch und im Einkauf: Ein akkreditiertes Zertifikat ist der anerkannte Standardnachweis. Ein nicht akkreditiertes Zertifikat ist ein Nachweis, den der Empfänger akzeptieren kann, aber nicht muss.
Was niemand sagen darf: „Nicht akkreditiert ist wertlos“ (falsch – für viele Zwecke reicht es) und „Akkreditiert ist nur teurer, sonst gleich“ (falsch – die Überwachung der Stelle ist der Wert).
Achtung vor dem dritten Fall: Zertifikate ohne Audit, gegen Gebühr, ohne prüfbare Nummer und Geltungsbereich. Das ist weder akkreditiert noch seriös nicht akkreditiert – das ist Täuschung des eigenen Kunden.
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Gleiche Norm, gleiche Vorbereitung – aber nur bei der akkreditierten Stelle prüft jemand den Prüfer. Nicht akkreditiert ist ein Nachweis, den der Empfänger annehmen kann, nicht muss.
Wann Vergabestellen ein akkreditiertes Zertifikat verlangen
Öffentliche Auftraggeber dürfen als Eignungsnachweis Bescheinigungen unabhängiger Stellen verlangen, dass der Bieter bestimmte Qualitätssicherungsnormen erfüllt. Das Vergaberecht (sinngemäß § 49 VgV für Liefer- und Dienstleistungen oberhalb der EU-Schwellenwerte, § 6a EU VOB/A für Bauleistungen, beide aus Art. 62 der EU-Vergaberichtlinie 2014/24) knüpft daran zwei Regeln, die für Sie entscheidend sind:
- Die Bescheinigung soll von einer Stelle stammen, die nach der EU-Akkreditierungsverordnung 765/2008 akkreditiert ist – also DAkkS oder die Akkreditierungsstelle eines anderen EU-Landes. Gleichwertige Bescheinigungen aus anderen Mitgliedstaaten sind anzuerkennen.
- Gleichwertige Nachweise: Der Auftraggeber muss andere Nachweise gleichwertiger Qualitätssicherungsmaßnahmen akzeptieren, wenn der Bieter nachweislich keinen Zugang zu einer solchen Bescheinigung hatte oder sie innerhalb der Frist nicht erlangen konnte – und nachweist, dass seine Maßnahmen den geforderten Normen entsprechen.
Was das praktisch heißt: Steht in der Ausschreibung „Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 durch eine akkreditierte Stelle“, ist ein nicht akkreditiertes Zertifikat kein gleichwertiger Nachweis – es sei denn, Sie können begründen, warum Sie es nicht rechtzeitig bekommen konnten, und legen Ihr QM-System offen (Handbuch, Auditberichte, Zertifikat der nicht akkreditierten Stelle als Beleg). Das wird im Einzelfall anerkannt, ist aber ein Risiko; viele Vergabestellen lehnen es ab, weil sie es nicht prüfen können.
Unterhalb der Schwellenwerte (UVgO, Landesvergabegesetze) sind die Vorgaben weicher; die Vergabestelle legt den Nachweis selbst fest – oft steht dort nur „QM-System nach ISO 9001 oder gleichwertig“.
Kein Fall ist eindeutig ohne die Unterlagen. Deshalb: Bieterfrage stellen. Das ist erlaubt, üblich und wird schriftlich beantwortet.
Keine Rechtsberatung. Bei konkreten Vergabeunterlagen entscheidet der Wortlaut; im Zweifel Bieterfrage stellen.
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Oberhalb der Schwellenwerte ist das akkreditierte Zertifikat der Regelnachweis; gleichwertige Nachweise nur mit Begründung und offengelegtem System. Darunter entscheidet die Vergabestelle – fragen.
Die Anforderung in der Ausschreibung lesen – und die Bieterfrage
Drei Stellen in den Vergabeunterlagen prüfen: Eignungskriterien (Teilnahmewettbewerb), Eigenerklärungen/EEE, Leistungsbeschreibung. Dann den Wortlaut einordnen:
| Formulierung | Bedeutung | Ihr Nachweis |
|---|---|---|
| „Zertifikat ISO 9001 einer akkreditierten Zertifizierungsstelle“, „DAkkS“, „IAF“, „nach ISO/IEC 17021“ | akkreditiert gefordert | akkreditiertes Zertifikat; sonst Weg über gleichwertige Nachweise mit Begründung |
| „Zertifizierung nach ISO 9001 oder gleichwertig“ | Nachweis eines QM-Systems; Art offen | nicht akkreditiertes Zertifikat plus Beschreibung des QM-Systems meist ausreichend – Bieterfrage stellen |
| „Qualitätsmanagementsystem vorhanden“, „QM-Nachweis“ | kein Zertifikat gefordert | Handbuch, Prozessbeschreibung, internes Audit; Zertifikat hilft, ist aber nicht Pflicht |
| „bevorzugt zertifiziert“, Wertungskriterium mit Punkten | Zertifikat bringt Punkte, fehlt nicht als K.-o. | jedes seriöse Zertifikat; Punkte oft nur für akkreditiert – nachfragen |
| nichts zum QM | keine Forderung | kein Zertifikat nötig; freiwillig beilegen |
Bieterfrage, Mustertext: „In den Eignungskriterien wird ein Zertifikat nach DIN EN ISO 9001 gefordert. Wir bitten um Mitteilung, ob das Zertifikat einer nicht nach DIN EN ISO/IEC 17021-1 akkreditierten Zertifizierungsstelle in Verbindung mit einer Beschreibung unseres QM-Systems als gleichwertiger Nachweis anerkannt wird.“ Antwort schriftlich ablegen – sie ist Teil der Vergabeakte.
Bei Industriekunden (Lieferantenfragebogen) dieselbe Logik: Wortlaut lesen, nachfragen, Antwort aufbewahren. Konzerneinkäufer mit Lieferantenbewertung fordern meist akkreditiert; Handwerks- und Dienstleistungskunden fast nie.
Keine Rechtsberatung. Bei konkreten Vergabeunterlagen entscheidet der Wortlaut; im Zweifel Bieterfrage stellen.
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Fünf Formulierungen, fünf Antworten. Bei „oder gleichwertig“ nie raten: Bieterfrage stellen, Antwort ablegen.
Kosten und Zeit im Vergleich
Erfahrungswerte für einen Betrieb mit 10 Mitarbeitern, ein Standort, Stand 2026:
| Nicht akkreditiert (z. B. eigenes Zertifikat, OnlineCert) | Akkreditiert (z. B. TÜV Nord, TÜV Süd, DEKRA) | |
|---|---|---|
| Zeit bis Zertifikat | 1–4 Wochen nach fertiger Dokumentation | 6–14 Wochen (Angebot, Stufe 1, Stufe 2, Entscheidung) |
| Auditaufwand | 0,5–1 Tag, meist online | 1,5–2,5 Tage nach IAF MD 5, Stufe 1 + 2, meist vor Ort |
| Kosten Jahr 1 | ab ca. 800 € | 2 000–6 500 € |
| Folgejahre | jährlich erneutes Audit, ähnlicher Betrag | Überwachungsaudit Jahr 2 und 3 (je ca. 60 % von Jahr 1), Rezertifizierung Jahr 4 |
| Gültigkeit | je Stelle; beim Zertifikat „QM-Dienstleistungen Holger Grosser“ 12 Monate, Verlängerung nur mit erneutem Audit | 3 Jahre mit jährlicher Überwachung |
| Anerkennung | Kunden ohne Akkreditierungsforderung, Marketing, Ausschreibungen „oder gleichwertig“ (mit Nachfrage) | überall, auch Ausschreibung mit Forderung „akkreditiert“, Konzerneinkauf, Branchenpflichten |
| Vorbereitung (Beratung, Dokumentation) | gleich | gleich |
Die Vorbereitung ist in beiden Fällen dieselbe – der Unterschied liegt nur in der Zertifizierung. Wer förderfähig ist (BAFA-Beratung), kann die Beratungskosten in beiden Wegen bezuschussen lassen; die Zertifizierungsgebühr selbst ist nicht förderfähig.
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Gleiche Vorbereitung, anderer Abschluss: Wochen statt Tage, 2 000–6 500 € statt ab 800 €, drei Jahre statt zwölf Monate – und überall anerkannt statt fast überall.
Entscheidungsbaum: Welches Zertifikat passt zu welchem Zweck?
- Liegt eine konkrete Forderung vor (Ausschreibung, Kundenfragebogen, Rahmenvertrag)?
- Nein → Zweck ist Ordnung im Betrieb, Marketing, Vorsorge → nicht akkreditiert reicht; nach einem Jahr neu entscheiden.
- Ja → weiter zu 2.
- Steht im Wortlaut „akkreditiert“, „DAkkS“, „IAF“ oder „17021“?
- Ja → akkreditiert (TÜV Nord, TÜV Süd, DEKRA oder andere DAkkS-akkreditierte Stelle). Frist knapp? Bieterfrage zu gleichwertigen Nachweisen; parallel akkreditierte Zertifizierung starten.
- Nein → weiter zu 3.
- Steht „oder gleichwertig“ oder nur „zertifiziert nach ISO 9001“?
- Bieterfrage stellen. Antwort „ja, gleichwertig anerkannt“ → nicht akkreditiert plus QM-Beschreibung. Antwort „nein“ → akkreditiert.
- Gilt eine Branchenpflicht (Bahn, Medizinprodukte, Luftfahrt, Automotive mit IATF, Druckgeräte)?
- Ja → akkreditiert, oft mit Branchennorm; ISO 9001 allein reicht nicht.
- Mehrere Kunden, unklare Zukunft? → Zwei-Stufen-Weg: jetzt nicht akkreditiert, nach 12 Monaten gelebtem System Wechsel zur akkreditierten Stelle, wenn ein Kunde es fordert. Dokumentation bleibt dieselbe.
Typischer Fehler: Die Entscheidung fällt nach dem Preis, bevor jemand die Ausschreibung gelesen hat – und sechs Wochen vor Abgabe stellt sich heraus, dass „akkreditiert“ drinsteht.
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Erst die Forderung lesen, dann entscheiden: ohne Forderung nicht akkreditiert, bei „akkreditiert“ im Wortlaut akkreditiert, bei „gleichwertig“ fragen. Bei Branchenpflicht gibt es keine Wahl.
Die seriöse nicht akkreditierte Zertifizierung erkennen
Weil es den dritten Fall gibt – Zertifikate ohne Audit gegen Gebühr –, hier sechs Merkmale einer seriösen nicht akkreditierten Stelle:
- Es findet ein Audit statt – Dokumentenprüfung und Gespräch mit Mitarbeitern, nicht nur ein Fragebogen.
- Das Zertifikat hat Geltungsbereich, Ausstelldatum, Ablaufdatum und prüfbare Nummer (Datenbank oder QR-Code).
- Die Stelle sagt offen, dass sie nicht akkreditiert ist – auf dem Zertifikat und auf der Website.
- Beratung und Zertifizierung sind getrennt oder die Trennung ist offengelegt.
- Es gibt Abweichungen, die behoben werden müssen – ein Zertifikat ohne jede Feststellung in zehn Jahren ist unglaubwürdig.
- Das Zertifikat ist befristet und wird nur mit neuem Audit verlängert.
Hinweis des Kursanbieters, einmal und sachlich: QM-Dienstleistungen Holger Grosser stellt ein eigenes, nicht akkreditiertes Zertifikat aus (12 Monate gültig, Verlängerung nur mit erneutem Audit) und arbeitet mit OnlineCert; für eine DAkkS-akkreditierte Zertifizierung vermitteln wir an TÜV Nord, TÜV Süd oder DEKRA. Die Vorbereitung ist für beide Wege dieselbe.
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Audit, prüfbare Nummer, Geltungsbereich, Befristung, offene Angabe der fehlenden Akkreditierung – fehlt eines davon, ist es kein Zertifikat, sondern ein Kaufbeleg.
Drei Praxisfälle und die Merksätze
| Fall | Forderung | Entscheidung |
|---|---|---|
| Gebäudereiniger, 8 Mitarbeiter, kommunale Ausschreibung Reinigung Rathaus, Eignung: „QM-System nach ISO 9001 oder gleichwertig“ | gleichwertig zugelassen | Bieterfrage, Antwort ja → nicht akkreditiertes Zertifikat + zwei Seiten QM-Beschreibung beigelegt, Zuschlag |
| Metallbauer, 15 Mitarbeiter, Lieferantenfragebogen eines Automobilzulieferers: „Zertifikat ISO 9001 akkreditiert, IATF angestrebt“ | akkreditiert | Zwei-Stufen-Weg nicht möglich → akkreditierte Zertifizierung, 10 Wochen, parallel Kunden informiert |
| IT-Dienstleister, 5 Mitarbeiter, kein Kunde fordert etwas, will Vertrauen zeigen | keine | nicht akkreditiert, Zertifikat auf Website, nach einem Jahr neu bewertet |
Der vierte Fall zum Selbstentscheiden: Elektroinstallateur, 12 Mitarbeiter, Ausschreibung eines Landkreises unterhalb des Schwellenwerts, Eignung: „bevorzugt zertifiziert nach ISO 9001 (Wertung: 5 von 100 Punkten)“. Lösung: Das Zertifikat ist kein K.-o.-Kriterium. Bieterfrage, ob die Punkte auch für ein nicht akkreditiertes Zertifikat vergeben werden; bei „ja“ nicht akkreditiert, bei „nein“ abwägen, ob 5 Punkte die akkreditierte Zertifizierung rechtfertigen – meist nicht.
Merksätze: Die Norm ist gleich, die Stelle nicht. Der Wortlaut entscheidet. Bei „oder gleichwertig“ fragen, nie raten. Akkreditiert ist nie falsch – nur manchmal unnötig teuer.
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Die Norm ist gleich, die Stelle nicht. Der Wortlaut entscheidet. Bei „oder gleichwertig“ fragen, nie raten. Akkreditiert ist nie falsch – nur manchmal unnötig teuer.
Verfahren im eigenen Haus
Dieses Modul füllt Ihr Unternehmen aus. Der allgemeine Teil der Schulung endet hier; was folgt, kennt nur Ihr Betrieb:
| Punkt | Was festgehalten wird |
|---|---|
| Ansprechpartner | Wer ist QM-Beauftragter bzw. Ansprechpartner für QM-Fragen? Wer vertritt ihn? |
| Dokumente und Vorlagen | Wo liegen Handbuch, Prozessblätter und die Vorlagen, die zu diesem Thema benutzt werden (Ordner, Cloud, Papier)? |
| Nachweise | Wo werden die Nachweise zu diesem Thema abgelegt, und wie lange werden sie aufbewahrt? |
| Freigabe | Wer gibt Dokumente, Änderungen und Entscheidungen zu diesem Thema frei? |
| Termine | Welche festen Termine gelten (internes Audit, Managementbewertung, externes Audit)? |
Betriebe mit Firmenkonto der Akademie erhalten dieses Modul mit ihren eigenen Angaben; die Teilnehmer sehen dann Namen, Termine und Ablageorte ihres Unternehmens. Ohne Anpassung gilt: Fragen Sie Ihre Geschäftsführung oder Ihren QM-Beauftragten, wo diese Angaben in Ihrem Betrieb festgelegt sind – in der Regel im QM-Handbuch.
Nachweise: was in die Vergabeakte und zum Kunden gehört
Was Sie dem Angebot oder dem Lieferantenfragebogen beilegen – und in Ihrer Akte behalten:
| Nachweis | Nicht akkreditiert | Akkreditiert |
|---|---|---|
| Zertifikat | mit Geltungsbereich, Ausstell- und Ablaufdatum, prüfbarer Nummer | mit DAkkS-/IAF-Zeichen, Geltungsbereich, Gültigkeit |
| Prüfbarkeit | Prüflink oder Datenbank der Stelle (Bildschirmfoto in die Akte) | Eintrag in IAF CertSearch oder Datenbank der Stelle |
| Antwort auf die Bieterfrage | schriftlich, Teil der Vergabeakte | meist nicht nötig |
| QM-Beschreibung (zwei Seiten) | Handbuch-Übersicht, Prozesslandkarte, Datum des letzten internen Audits und der Managementbewertung | freiwillig, hilft bei Wertungspunkten |
| Begründung gleichwertige Nachweise | nur, wenn „akkreditiert“ gefordert war und die Frist zu kurz | – |
Ablage: Zertifikat, Prüfnachweis, Bieterfrage mit Antwort und QM-Beschreibung zusammen mit dem Angebot – die Vergabestelle darf Jahre später nachfragen, der Konzerneinkauf jährlich.
Fremde Zertifikate prüfen (Ihre Lieferanten, Ihre Wettbewerber): Nummer in der Datenbank der Stelle oder in IAF CertSearch suchen; passt der Geltungsbereich zur Leistung, ist das Ablaufdatum in der Zukunft, steht die Stelle offen zu ihrem Status? Ein Zertifikat, das nirgends prüfbar ist, zählt nicht.
Was folgt: Die Entscheidung über den Weg trifft die Kostenrechnung – der Kostenrechner auf qm-guru.de zeigt beide Wege für Ihre Betriebsgröße; der Kurs „Zertifizierungsaudit bestehen“ beschreibt den Ablauf.
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Zertifikat, Prüfnachweis, Bieterfrage mit Antwort, zwei Seiten QM-Beschreibung – zusammen mit dem Angebot abgelegt. Ein Zertifikat, das nirgends prüfbar ist, zählt nicht.
Abschlusstest
27 Fragen, je eine richtige Antwort. Zum Bestehen brauchen Sie 22 richtige (80 %). Die Auswertung erfolgt auf dem Server — hier auf der Seite steht keine Lösung.
Ihr Ergebnis
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Schicken Sie den Kurslink weiter – kostenlos, ohne Anmeldung. Mit Firmencode landen alle Nachweise im selben Firmenkonto.
Wie es weitergeht
Beide Wege rechnen: Der Kostenrechner auf qm-guru.de/iso-9001-kosten-rechner/ zeigt nicht akkreditiert und akkreditiert für Ihre Betriebsgröße; die Express-Zertifizierung unter qm-guru.de/iso-9001-express/.
Akkreditierte Zertifizierung: Wir bereiten Sie vor und holen Angebote von TÜV Nord, TÜV Süd und DEKRA ein – die Dokumentation ist dieselbe wie für das eigene Zertifikat.
Weitere kostenlose Unterweisungen finden Sie in der Online Akademie. Fragen zur Umsetzung im eigenen Betrieb beantworten wir über das Kontaktformular.
Fachliche Rückfragen zu dieser Unterweisung: Holger.grosser@iso9001.info · Telefon 0911-49522541. Eine Online-Unterweisung erfüllt die Unterweisungspflicht nur, wenn Rückfragen an eine unterweisende Person möglich sind.