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Wer Hard- und Software für die Eisenbahn-Leit- und Sicherungstechnik entwickelt, arbeitet in einem Umfeld, in dem Nachvollziehbarkeit kein Selbstzweck ist. Da geht es um Sicherheit. Trotzdem ist der Schritt zur ISO-9001-Zertifizierung für ein kleines Ingenieurbüro erst mal eine Hürde – weniger fachlich als organisatorisch.
Q-Consult – Ingenieurbüro für Verkehrstechnik aus Stahnsdorf bei Berlin hat diesen Schritt gemacht. Seit dem 8. September 2026 ist das Unternehmen von Inhaber Wolfgang Gallisch nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert. Hier steht, wie der Weg dorthin aussah.
Q-Consult entwickelt Hard- und Software für die Eisenbahn-Leit- und Sicherungstechnik – unter anderem Lösungen für veraltete Hardware und kundenspezifische Erweiterungen bestehender Anlagen. Die fachliche Tiefe war also nie das Thema. Das Thema war der Nachweis nach außen.
Genau das ist die typische Lage bei technischen Ingenieurbüros: Die Prozesse laufen, und sie laufen gut. Nur stehen sie nirgends. Wer in der Bahnbranche als Lieferant gelistet werden will, wird aber früher oder später nach einem Qualitätsmanagementsystem gefragt – und dann hilft „wir machen das seit Jahren sauber“ nicht weiter. Da braucht es ein Zertifikat.
Dazu kam die Größe. Ein kleines Team kann keine halbe Stelle für Dokumentation abstellen. Ein QM-System, das ein Konzern stemmen kann, wäre hier schlicht Ballast.
Der Aufbau startete nicht mit einer Vorlagensammlung, sondern mit der Frage, wie bei Q-Consult tatsächlich gearbeitet wird. Daraus entstanden Unternehmens- und Prozesshandbuch, die Qualitätsziele, die Risiken- und Chancenbewertung, das Verzeichnis der relevanten Normen und Gesetze sowie die laufenden Nachweise – Lieferantenbewertung, Kundenzufriedenheit, Maßnahmenplan und Managementbewertung.
Der Grundsatz dabei: Die Beschreibung folgt der Praxis, nicht umgekehrt. Wenn ein Prozess in der Realität anders läuft als auf dem Papier, wird das Papier geändert. Alles andere erzeugt ein System, das im Audit auffliegt und im Alltag niemanden interessiert.
Vor dem externen Audit stand das interne Audit. Bei Q-Consult wurde es in zwei Bereiche geteilt: Softwareentwicklung und Hardwareentwicklung, jeweils mit eigenem Termin, damit jeder Kollege seinen eigenen Arbeitsbereich vorstellen konnte.
Das ist die beste Vorbereitung, die es gibt. Die Mitarbeiter erleben einmal in Ruhe, wie ein Audit abläuft, was in den Prozessbeschreibungen steht und worauf ein externer Auditor achtet. Und sie üben genau das, worauf es später ankommt: ein konkretes Projekt durchgängig zeigen. Zeigen, nicht erklären – das ist im Audit mehr wert als jede auswendig gelernte Normformulierung.
Am 26. August 2026 kam der externe Auditor. Ergebnis: Empfehlung zur Erteilung des Zertifikats. Die Zertifizierungsstelle der TÜV SÜD America Inc. hat es am 8. September 2026 ausgestellt, die digitale Übergabe folgte wenige Tage später.

| Organisation | Q-Consult - Ingenieurbüro für Verkehrstechnik, Stahnsdorf |
|---|---|
| Norm | DIN EN ISO 9001:2015 |
| Geltungsbereich | Entwicklung von Hard- und Software der Eisenbahn Leit- und Sicherungstechnik |
| Zertifizierungsstelle | TÜV SÜD America Inc. (ANAB-akkreditiert) |
| Registrier-Nr. | G951 26 0494 |
| Gültig | 08.09.2026 bis 07.09.2029 |
Was das praktisch bedeutet: Q-Consult kann den Nachweis heute vorlegen, statt ihn in jeder Ausschreibung neu zu erklären. Die Abläufe sind dokumentiert – auch für den Fall, dass ein neuer Kollege dazukommt oder ein Projekt nach Jahren wieder aufgegriffen wird. Und der Zyklus steht: Überwachungsaudits, internes Audit und Managementbewertung sind terminiert, bevor jemand daran denken muss.
„Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Ihre konstruktive Zuarbeit! Ohne Sie hätten wir das nicht geschafft!“
— Wolfgang Gallisch, Inhaber, Q-Consult – Ingenieurbüro für Verkehrstechnik
Google-Rezension vom 28.08.2026, 5 von 5 Sternen
Begleitet wurde der Aufbau von Holger Grosser (QM-Dienstleistungen, Fürth) – als QM-Berater und interner Auditor. Seit 1994 im Qualitätsmanagement, über 1.000 Audits. Die Arbeitsweise dabei ist immer dieselbe: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.
Ja – wenn Kunden oder Ausschreibungen danach fragen, führt ohnehin kein Weg daran vorbei. Und der Aufwand skaliert mit der Betriebsgröße: Ein Büro mit einer Handvoll Leuten braucht kein Handbuch mit 200 Seiten. Es braucht beschriebene Abläufe, die stimmen, und Nachweise, die sowieso anfallen.
Realistisch sind einige Monate vom Start des Aufbaus bis zum Zertifikat – abhängig davon, wie schnell die Nachweise zusammenkommen und wann die Zertifizierungsstelle Audittermine frei hat. Bei Q-Consult lagen zwischen dem Aufbau des Systems und dem ausgestellten Zertifikat rund vier Monate.
Ja, die Norm fordert es – aber der eigentliche Nutzen ist ein anderer: Das interne Audit ist die Generalprobe. Wer einmal durchgespielt hat, wie ein Auditor fragt und was er sehen will, geht deutlich entspannter in das externe Audit.
Das Zertifikat gilt drei Jahre. Dazwischen liegen jährliche Überwachungsaudits, dazu intern das eigene Audit, die Managementbewertung und die Fortschreibung der Ziele. Das ist überschaubar, wenn es geplant ist – und lästig, wenn es jedes Jahr neu improvisiert wird.
Wenn ein Kunde oder eine Ausschreibung gerade nach ISO 9001 fragt und Sie wissen wollen, was das für Ihren Betrieb konkret bedeutet: Sprechen wir 20 Minuten darüber. Unverbindlich, und Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung zu Aufwand, Dauer und Kosten – auch dann, wenn die Antwort lautet, dass Sie es noch nicht brauchen.
Termin vereinbaren So läuft eine ISO-9001-Beratung ab
Sie wollen es lieber selbst aufbauen? Für Betriebe bis 10 Mitarbeiter liegen die vollständigen Musterdokumente kostenlos auf iso9001.info.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Q-Consult - Ingenieurbüro für Verkehrstechnik, Stahnsdorf.
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